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Impfungen - Für und Wider
"Nihil nocere"
nach Hippokrates von Kos , Corpus hippocraticum
Das Thema „Impfen“ wird sehr kontrovers diskutiert. Nützt es mehr als das es schadet oder umgekehrt?
Impfgegner und Impfbefürworter stehen sich in dieser Frage dabei bisweilen nahezu feindselig gegenüber.
Die Argumente „für oder wider“ sind in der Tat schwer gegeneinander abzuwägen, weil viele widersprüchliche Überlegungen einander nahezu ausschliessen. Auf der einen Seite erhöht sich messbar die Sicherheit für den Fall eines Falles, auf der anderen Seite jedoch stehen (längerfristig wirkende) Impffolgen, die weitgehend unerforscht und daher in ihrer Tragweite nicht absehbar sind.
Wie also kann man zur Entscheidungsfindung beitragen ?
Vergleicht man den menschlichen Organismus mit einer Burg in einem feindlichen Umland so entsprechen die allermeisten mikrobiologischen Auseinandersetzungen wie Schnupfen, Erkältung oder Durchfall kleinen Scharmützeln. Der Großteil der Kinder muss sich zwar momentan anstren-gen, um die Angreifer (meistens sind es Virenstämme) abzuwehren (etwa durch Husten, Niesen, Erbrechen und Fieber, ...), aber grundsätzlich stellen die Attacken keine wirkliche Überforderung der Verteidigungs-mechanismen dar.
Im Gegenteil: Das Immunsystem nutzt derartige Herausforderungen im wahrsten Sinne eher als Aufwärmtraining (Fieber).
Aber - nicht alle Stämme sind harmlos. Die Erreger von
Hepatitis B - Keuchhusten - Hirnhautentzündung - Masern - Kinderlähmun - Wundstarrkrampf - Diptherie - Mumps - .....
scheinen für manche Kinder eine (zu) große Herausforderung zu sein.
Sie überfallen bevorzugt das zentrale Nervensystem und lassen sich zudem ursächlich (z.B. mit Antibiotika e.a.) nicht oder in der Kürze der Zeit vom Auftreten bis zur Schädigung nur unzureichend behandeln.
Der Festung Mensch drohen ernsthafte Probleme.
Die Schulmedizin stellt nun Impfungen als vorbeugende Abwehrmassnahme zur Verfügung. Impfstoffe bestehen in der Regel aus abgetöteten und aufbereiteten Erregerbestandteilen, die den Körper anregen sollen Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden und sich auf diese Weise vorsorglich gegen gefährliche Keime zu wappnen.
Die ethischen Grundsätze der Medizin gebieten es - verlangen es sogar - alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen, um jeden Patienten so weit wie möglich vor möglichem Schaden zu schützen.Auch deshalb unterstützt die Schulmedizin die Impfstrategie der WHO (Weltgesundheitsorganisation).
www.who.int/en/
www.bag.admin.ch/infekt/impfung/d/
Bis hierher wird jeder zustimmen können. Und doch beginnt genau hier das Dilemma der naturwissenschaftlich orientierten Medizin.
Die Formel Impfen = Schützen = Problem beseitigt ist allzu einfach.
In Wirklichkeit sind die menschlichen Reaktionen viel komplexer als das einfache lineare (idealisierte) Modell der Schulmedizin uns glauben lässt.
Wäre die Medizin eine reine Naturwissenschaft sollte sie in Einzelfall (und nicht nicht nur statistisch) vorhersagen können wer während einer Grippe-welle erkranken wird oder nicht.
Ausserdem:
Wäre wirklich der Erreger die alleinige Ursache einer Erkrankung,dann müßte logischerweise jeder der ihm ausgesetzt ist erkranken. Das ist aber beobachtbar (also wahrhaftig!) nicht der Fall. Der Grund für die Unwägbarkeit (ob etwas passiert oder nicht) liegt in der persönlichen Abwehrkraft (also der vielfältig vernetzten inneren Strukur) der Einzelperson, und die ist eben messtechnisch nicht zu erfassen. Soll man sie deshalb ignorieren, obwohl wie sie tagtäglich erfahren? Jeder weiss, dass man sich nach einem banalen Schnupfen oder Durchfall mit ein wenig Ruhe in der Regel „von selbst“ erholt.
Medizin ist eben doch keine reine Naturwissenschaft sondern vom Wesen her eine Erfahrungswissenschaft, weil sie nicht präzise für jede Person vorhersehen kann was im Einzelfall passieren wird.
Auch im Bereich der Impfungen sind noch viele Fragen ungeklärt.
Beispielhaft seien folgende kritische Beobachtungen angeführt:
1.Verlagert man nicht durch Impfungen die Anfälligkeit auf andere Infektionen? Ähnlich wie auf Intensivstationen der Kampf gegen Bakterien zu einem „Verdrängungsmechanismus“ mit Entwicklung von multiresistenten Bakterien geführt hat, kam es z. B.nach der Einführung der Impfung gegen Hirnhautentzündung (HiB) in Skandinavien zu einer deutlichen Zunahme von Pneumokokken – Infektionen (Erreger für bakterielle Lungenentzündungen). Die Erfahrung zeigt anhand vielser Beispielt, dass es eben keine Sterilität gibt, und Bakterien sehr geschickt ökologische„Freiräume“ zu nutzen wissen. Meistens wird durch Attacken auf Erreger die Situation danach nicht besser, sonder schlimmer.
Inzwischen ist die Impfempfehlung gegen Pneumokokken für alle Kinder empfohlen worden.
2. Die Antikörperbildung nach Impfungen ist von Mensch zu Mensch verschieden und zudem weniger intensiv als bei Auseinandersetzung mit dem Wilderreger. Daher sind Auffrischimpfungen in 5-10 Jahresabständen notwendig. Erfahrungsgemäss „vergessen“ jedoch Erwachsene häufig sich nachimpfen zu lassen. Durch allzuviel Impfungen etwa gegen prinzipiell harmlose Windpocken oder Röteln im frühen Kindes-alter verlagert man folglich das Problem der erneuten Anfälligkeit in das Erwachsenenalter. Bekanntlich verlaufen aber die sogenannten „Kinderkrankheiten“ im Erwachsenalter deutlich schwerwiegender als im Kindesalter.
3. Die deutliche Abnahme der Diptherieerkrankungen begann weit vor der Einführung der Impfung im Jahr 1925! Sind Impfungen vielleicht nur zu einem „guten Zeitpunkt“ eingeführt worden und täuschen lediglich Effekte, die in Wirklichkeit andere Gründe haben (z. B. Verbesserung des sozioökonomischen Standards,der Hygiene,etc)?
wof.ch/downloads/Tetanus.pdf
www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/dboowasys921.xwdevkit/xwd_init
4. Die Beziehung zwischen Allergieentwicklung und Impfung ist nicht geklärt. Im Grunde genommen weiss die Schulmedizin nicht einmal was eine Allergie genau ist. Sie kennt Einzelfaktoren, kann aber „das große Ganze„ nicht erklären. Die Wechselwirkungen zwischen „Angreifer“ und „Verteidiger“ sind einfach zu komplex, als das man sie auf eine einfache Formel bringen könnte. Das ist der Grund für die oben erwähnte fehlende Prognostizierbarkeit.
Aber wenn wir Ärzte ehrlicherweise nicht mit Sicherheit wissen, was wir langfristig anrichten, dürfen wir dann impfen? Wie risikoreich - auch langfristig betrachtet - darf Sicherheit sein?
www.Impf-Info.de
Es gibt in der Tat gute Gründe zu impfen, und es gibt genausogut Argumente mit Impfungen sparsam umzugehen!
Die alternative Medizin, insbesondere wenig gut ausgebildete Homöopathen versprechen bisweilen homöopathische Impfungen.
Das ist falsch verstandene Homöopathie, denn die Homöopathie ist ihrem Wesen nach eine Behandlungsform, die sich an der vorliegenden Symptomtotalität des einzelnen Patienten orientiert. Wenn der aber (noch) keine Symptome aufweist, gibt es auch nichts zu behandeln. Die routinemäßige Gabe von Thuja oder Silicea als Vorbeugung von Impfreaktionen mag populär, kenntnisreich und als sog. bewährte Indikation Eingang gefunden haben, ist aber insbsondere in hohen Potenzen über C30 oder gar wiederholt verabreicht völlig unsinnig und zutiefst unhomöopathisch.
Erst wenn Symptome einer Erkrankung auftauchen, vermag die Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsprinzip den Heilungsprozess deutlich zu unterstützen.
Natürlich ist unabhängig von Impfung und Impfreaktion eine Stärkung der Konstitution (Abwehrkraft) sinnvoll und erstrebenswert.
Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einzelner Impfungen führt ebenfalls im Einzelfall nicht weiter, denn es ist eben nicht vorhersehbar, ob und unter welcher Attacke der Einzelne später zu leiden hat.
Aus diesem Grund bleiben Impfungen persönliche Entscheidungen der Eltern - übrigens genau wie der Gesetzgeber es vorschlägt.
Zögern Sie nicht bei Bedarf in einem Impfgespräch Ihr Unbehagen oder ihre Sorgen auszudrücken. Alle Beteiligten sollten bezüglich des wann und ob ihre respektablen Gründe anführen dürfen.Kinderärztliche Aufgabe wird es dabei weiterhin sein, Eltern umfassend und ehrlich über den Stand der Impfforschung zu informieren.