Magen-Darm-Probleme
Vorbemerkungen
Magen-Darm-Störungen sind im Kindesalter neben Erkältungen der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Meistens handelt es sich um harmlose Regulationsvorgänge etwa nach Umstellung der Nahrung, Urlaubsfahrten, Kindergartenwechsel oder als Begleitsymptom bei Zahnung.
Das Spucken eines Säuglings ist in erster Linie zunächst ein reiner Überlaufmechanismus, wenn der Magen voll ist und die einsetzende Darmmotorik einen kleinen Teil der Milch wieder nach "oben schwappen lässt". Daher kommt auch der Erfahrungsmerksatz: Speikinder sind Gedeihkinder.
Echtes Erbrechen - oftmals begleitet von Übelkeit, Würgen oder Appetitlosigkeit - ist der erste Hinweis für eine Infektion des Verdauungstraktes. Das Kind steckt sich über eine Schmierinfektion oder verdorbene Speisen an. Auch das Symptom Erbrechen ist prinzipiell keinesfalls krankhaft, sondern der Versuch des Organismus, ein verdorbenes oder kontaminiertes Nahrunsmittel einfach nur so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Das geschieht eben am Einfachsten durch (rasches) Erbrechen. In der Regel geht es den Kindern (wie Erwachsenene auch) nämlich nach dem Erbrechen wieder besser! Die Übelkeit ist verschwunden und bald stellt sich auch der Appetit wieder ein. Nicht selten schliesst sich im Anschluss an das anfängliche Erbrechen jedoch mit Verzögerung von 1-2 Tagen ein Durchfall an. Auch das ist in der Regel nichts anderes als ein Säuberungsversuch des Organismus und dient dem schnellen Ausscheiden von körperfremden Schadstoffen. Das "Stoppen" eines Durchfalls ist daher - von Ausnahmen abgesehen - keine gute Behandlungsmassnahme.
Die grosse Sorge aller Eltern ihr Kind könne durch einen Flüssigkeitsverlust austrocknen, ist weitgehend unbegründet. Dieses Ereignis tritt dann - und auch das nur selten - auf, wenn Verluste auf allen Ebenen eintreten. Das bedeutet: Durchfall bei gleichzeitigem Erbrechen, eventuell begleitet von Schwitzen und fiebrigen Zuständen. Und bei alledem die Weigerung zu trinken. Ein alleiniger Durchfall bei weitgehend normalem Trinkverhalten ohne Erbrechen ist kaum in der Lage, den Körper in eine bedrohliche Schieflage zu bringen.
Als Anhaltspunkt für eine harmlose Magen-Darm Verstimmung kann gelten :
- ungestörter oder rasch wiederhergestellter Appetit innerhalb von 12 Stunden
- schnell nachlassende Bauchschmerzen/Erbrechen bei vitalem Kind
- - ein ungestörter Bewegungs und Aktivitätsdrang
Nicht immer ist die Sache jedoch so einfach:
- anhaltende Übelkeit begleitet von Schwäche, Blässe oder gar Kollapsneigung mit Schwindel
- krampfartige Bauchschmerzen oder länger als 24 Stunden anhaltende Durchfälle begleitet von zunehmender Mattigkeit, Fieber oder
- Bauchschmerzen nach Unfällen, Verletzungen, Operationen u.a.
bedürfen einer ärztlichen Untersuchung.
Allgemeine Behandlungsmassnahmen bei Magen Darminfekten
Anbieten von Wasser oder dünnem schwarzen Tee versetzt mit 2 gestrichenen Teelöffeln Zucker pro 100 ml Flüssigkeit (10 % Kohlehydratmischung). Der normale Körperstoffwechsel beruht auf Kohlenhydratbasis. Um zu verhindern, dass er seine (Fett)-Reserven abbaut, ist eine Zufuhr von Kohlehydratmischungen sinnvoll.
Zusatz von Salz (Salzstangen u.a.) ist in der Regel nicht erforderlich. Salz besteht aus Natrium und Chlor. Beide Stoffe sind in der Regel in ausreichendem Masse in Trinkwasser vorhanden. Ein eventueller Verlust über kurzzeitiges Erbrechen oder Durchfall führt bei intakter Nierenfunktion nicht zu einem einem Mangel.
Teezubereitungen mit 3-4 Kräutern (s.u.); Mischungen können in der Apotheke oder im Reformhaus zusammengestellt werden. In der Regel reicht pro 250 ml ein gestrichener Teelöffel der Mischung, nur ca.30 Sekunden ziehen lassen, abkühlen lassen und schluckweise verabreichen.
Wenn Ihr Kind wieder Nahrung verlangt, ist das gröbste meist schon überstanden. Die Magen-Darm-Funktion ist autonom, funktioniert automatisch und Kinder haben einen sicheren Instinkt dafür, wann der Darm wieder belastbar ist. Insofern bedeutet Verlangen nach Nahrung auch gleichzeitig: Neustart der normalen Verdauung. Eltern können in dieser Phase den Neigungen ihrer Kinder nach Nahrungsaufnahme in der Regel unbedenklich nachkommen.
Pflanzliche Mittel
Wie bei den Halsinfekten bereits erläutert wird nach chinesischer Vorstellung zwischen "heißen" und "kalten" Durchfallmustern unterschieden. Das ist deshalb von Bedeutung, weil sich die Auswahl der Pflanzen und der Nahrungsmittel nach dem Muster ausrichtet.
| Hitze Muster | Kälte Muster |
| Sommer - Infektionen | Infektionen |
| „heisse“ gewürzte Nahrungsmittel | „kalte Nahrungsmittel“ |
| Sonnenstich | Kälteexposition |
| Rotes Gesicht, rote Zunge | Blasses Gesicht, blasse belegte Zunge |
| Leichte Erregbarkeit "heisslaufen" | Eher matt ohne Vitalität |
| Unruhe Hohes Fieber | Apathie, kaum oder geringes Fieber |
| Bauchschmerz verstärkt b. Stuhlgang | kolikartige Bauchschmerzen |
| Stinkender Stuhl | Unverdauter Stuhl |
| Ruhelose Aktivität, ruheloser Schlaf | Müde schläft viel |
| schweisstreibende Hitze | wenig Schweiss, frostig, dauernd kalt |
| Verlangen nach Abkühlung | Verlangen nach Wärme |
z.B. mit Hilfe von
| Kühlenden Nahrungsmittel / Pflanzen | Wärmenden Nahrungsmittel / Pflanzen |
| Joghurt, Milch, Bananen, Gurken | |
| Eibisch, Plantago, Geißbart | Zimt, Anis, Fenchel, Dill, Ingwer, Tymian |
- Filipendula ulm. (Geißbart) bei "heißen Darmreizungen" mit Reflux.
- Anethum graveolens (Dill) wärmt, öffnet den Magen, harmonisiert die Peristaltik.
- Cinnamonium (Zimt) kindliche Durchfälle bei Kältemuster.
- Foeniculum (Fenchel) Meteorismus, Kolik, bei Kälte und Schwächezuständen.
- Inula (Alant) harmonisiert Magen, fördert Nahrungstransport bei Brechdurchfall.
- Gentiana lutea (Enzian) appetitsteigernd, beruhigt Magen-Darm bei Kältemustern.
Homöopathische Behandlung
Repertorisieren Sie zunächst mit REMIDIAS- Free oder REMIDIAS - FAMILY und vergleichen anschliessend die vorgeschlagenen Arzneien in absteigender Reihenfolge ( von ++ - > 0 ) mit den unten näher erläuterten Arzneien.
Achten Sie besonders auf verschlechternde Modalitäten oder verbessernde Modalitäten sowie auf akute Begleitzeichen, also alles was ihr Kind tut oder möchte und wie es sich unmittelbar in dieser Situation verhält, und welche Beobachtungen Sie im Zusammenhang mit Durchfall oder Erbrechen noch treffen können. Gerade bei Symptomen der Verdauungsorgane (und weitgehend auch der Atemwege) entscheiden häufig Begleitumstände und Modalitäten (gelegentlich auch ein momentan besonders auffälliger oder ausgeprägter momentaner Gemütszustand) welche Arznei jetzt angezeigt ist. Durchfall an sich oder die Farbe de Stuhls ist für sich genommen wenig aussagekräftig
Repertorisieren Sie durchaus auch einmal nur die Modalitäten, denn Vorlieben und Abneigungen spiegeln in besonderem Masse die Individualität des Patienten. Anschliessend ergänzen sie in einer zweiten Repertorisation wenn möglich zum "Vollständigen Symptom", d.h. sie fügen den Modalitäten Empfindungen, Begleitumstände, Erstreckungen sowie die akute Befindlichkeit (Geist-Gemütszustände) hinzu und gleichen die vorgeschlagenen Arzneien von Repertorisation 1 und 2 miteinander ab und sichern das mit der untenstehenden Materica medica ab.
Repertorisieren Sie mit REMIDIAS zum Vergleich auch in mehrere Kategorien (z..B. Fieber, Husten etc) und vergleichen die gemeinsamen Mittelvorschläge mit untenstehender Mittelbeschreibung (Materia Medica Vergleich). Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich für den besten Materia medica Abgleich.
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Bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb eines Tages schildern Sie Ihrem Homöopathen / Kinderarzt(in) Ihre Beobachtungen.
Homöopathische Medikamente bei (überwiegend) Erbrechen im Kindesalter
Arsenicum album (Arsensäure)
Schwache, nervöse ruhelose (zahnende?) Kinder, die nach Aufnahme von kalten Speisen praktisch sofort innerhalb von Minuten erbrechen(Bryonia, Graphites, Carb.v, Ferrum, Ferum.phos, Antimon, Cupr, Zink, Silicea, Apis ..). Auch Nahrungsmittelvergiftungen (Fisch) verlangen häufig nach Arsen. Das Erbrechen kann ohne vorherige Übelkeit erfolgen. Arsen Patienten haben wie Phosphor brennende Empfindungen, grossen Durst ("Brand“), trinken aber - weil sie um die Magen-Darmempfindlichkeit wissen - immer nur in kleinen Schlucken. Trotzdem frieren Arsen Patienten schnell und mögen sich nicht entblössen (Puls, Camph, Ars, Lyc, Carbn.s, Agar, Bry, Dulc, Led, Apis, Ip, Merc, Phos). Die Kinder möchten getragen werden oder wenigstens ständig jemanden um sich herum haben. Sie haben Angst, die soweit gehen kann, dass sie befürchten sterben zu müssen. Sie ertragen es trotzdem schlecht, wenn man sie taxiert, beobachtet und fühlen sich ständig beäugt. Viel lieber kontrollieren sie selbst und bestimmen wann und wie etwas zu tun ist. Sie lieben Wärme und warme Speisen ganz im Gegensatz zu:
Phosphor (gelber Phosphor)
Die Patienten haben wie Arsen grossen "brennenden" Durst auf kalte Getränke oder Eiscreme, sie verlangen nach frischen saftigen Speisen. Das Erbrechen erfolgt im Gegensatz zu Kindern, die Arsen benötigen, nachdem die Speisen im Magen warm geworden sind, also mit einer gewissen Latenz. Phosphor Patienten verlangen außerderm nach Entblößung.
Es sind in der Regel begeisterungsfähige lebhafte Kinder, leicht beeindruckbar und phantasiereich, sie sind zu Beginn des Infektes zunächst deutlich weniger erschöpft als z.B. Arsen Patienten. Allerdings "brennen sie bei Anstrengung sehr schnell aus " und verlieren rasch ihre Vitalität. Viele Symptome sind begleitet von Kreislaufschwäche mit Schwindel. Magenschmerzen werden durch Eiscreme oder Lutschen von Eiswürfeln gebessert. Die Kinder tendieren zu Nasenbluten und neigen dazu bereits bei geringen Prellungen schnell blaue Flecken zu entwickeln. Auch Wachstumsschmerzen sind nicht selten, wie überhaupt Phophorkindern häufig sehr schnell wachsen. Vielleicht haben sie deshalb immer Hunger, sogar nachts (was sie schlaflos macht) und schnell nach den Mahlzeiten. Vermehrter Appetit ist sogar bei Fieber zu beobachten. Es muss aber kalte Nahrung sein, warme Speisen werden abgelehnt. Auffällig ist dass die Kinder vor einer Krankheit vermehrten Hunger haben.
Aethusa (Hundspetersilie)
Die Säuglinge vertragen keine (Kuh)Milch. Sie erbrechen nach kurzer Übelkeit heftig nahezu explosiv nach Aufnahme von geronnener Milch, fordern sie aber sofort wieder ein, gleichsam als ob sie nie aufgeben wollten. Das ständige Erbrechen und erneutes Trinkverlangen kostet viel Kraft, macht sie müde, schwächlich und lässt die Säuglinge schlecht gedeihen. Neben den krampfartigen Magenschmerzen kommt es zu schmerzhafter Stuhlentleerung mit wäßrigen Stühlen bereits bei Neugeborenen. Die Hundspetersilie ist angezeigt bei echtem Durchfall von Neugeborenen. d.h. spitzenden Stühlen bereits in den ersten Lebenstagen bei gleichzeitigem Erbrechen (Ars, Veratr, Gamb, Arg.n).
Trotz aller Verdsauungsprobleme "üben" sie unverdrossen. Das gilt im späteren Kindesalter auch für die Schule. Aethusa zeigt auch eine geistige Erschöpfung. Lernstörungen und Erwartungsängste, Gedächtnisstörungen und Furcht vor Misserfolgen (Gels, Sil, Carz, Anac, Lyc, Cupr, Stann, Zink) sind bei älteren Kindern nicht selten. Die Erwartungsspannung (Gels, Arg.n, Cupr, Carz) ist hoch. Vor Arbeiten haben sie trotz vielen Übens nicht selten das Gefühl des "Brettes vor dem Kopf". Gelegentlich findet sich ein Sonnenuntergangsphänomen der Augen.
Nux vomica (Brechnuss)
Der Name Brechnuss deutet bereits auf einen empfindlichen Verdauungstrakt hin; im Gegensatz zu Ipecacuana vermögen die Patienten kaum zu erbrechen Jedes - in der Regel hastig zu sich genommene Essen steigt zwar die Spreiseröhre auf was zu Sodbrennen und fortwährendem Aufstossen nach jeder Mahlzeit führt, doch erleichterndes Erbrechen will sich nicht einstellen. Im Enddarmbereich neigen sie zu dauernd Stuhldrang ohne Stuhl absetzen zu können. Und wenn doch, dann verschafft es ihnen die grosse Anstrengung nur etwas Erleichterung - aber immerhin. Nie sind sie fertig; genau wie später in ihrer ehrgeizigen Arbeit: Ständig gibt es noch etwas zu tun, zu regeln zu bestimmen. Dabei reagieren sie ziemlich genervt und leicht übellaunig angesäuert (saures Erbrechen) auf alle vermeintlich störenden äußeren Eindrücke wie Licht, Musik, Geräusche, Bagatellen, kritische Mitarbeiterfragen oder Unterbrechungen. Das Medikament gilt als gut bewährte Indikation für gestresste Manager mit Blähungen ( in jeder Hinsicht) Übelkeit mit Sodbrennen sowie Stuhlgangproblemen zwischen Verstopfung und Durchfall. Die Störungen werden nicht selten hervorgerufen durch Diätfehler (Puls, Ip), Schwelgereien, Stimulantien- oder Abführmittelmissbrauch. Der Kater kommt meistens morgens im Bett. Natürlich bereitet ihnen die Arbeit Kopfschmerzen, aber wie gesagt, sie sind nie fertig ...... Die Patienten suchen Wärme, Ruhe und frische Luft zum Durchatmen, obwohl sie Kälte meiden. und gern den Kopf einhüllen.
Ipecacuana (Brechwurzel)
Anhaltendes Würgen, welches durch nichts zu lindern ist ein Leitsymptom dieses Medikamentes; schlussendlich kommt es zu Erbrechen von Mageninhalt. Anders als bei Arsen oder Phosphor dauert es lange bis zum Erbrechen, gleichsam als ob sich die kleinen Patienten nicht entschliessen könnten. Verständlich,denn bei Ipecacuana bessert auch das Erbrechen nicht. Auch nach dem Erbrechen besteht permanente Übelkeit. Die Bronchien sind nicht selten verschleimt, die Kinder husten, speicheln, würgen elendig lange um schließlich doch wieder zu erbrechen, ohne dass es ihnen danach besser ginge. Die Kinder sehen blass und elend aus. Die Zunge ist nicht belegt. Ständig haben sie die Finger im Mund (Phos, Cham, Calc, Sil , Lyc, Veratr, Hell, Nat.s, Med). Erbrechen während der Zahnung tritt regelmässig auf. Die Patienten vertragen weder Kälte noch Wärme. Insbesondere bei feucht- wamem Wetter, nach Schwitzen, Flüssigkeitsverlusten oder überhaupt Durchnässung treten die typischen Ipecacuana Beschwerden auf. Sie brauchen frische Luft, stickige Binnenathmosfäre ist für sie ähnlich wie bei Pulsatilla, Tabaccum, Lobelia kein guter Ort. Ähnlich wie Pulsatilla reagieren sie auch empfindlich auf Völlerei, Überessen wird sofort mit Übelkeit "bestraft", dabei essen sie im Prinzip gern, bevorzugt Leckereien. Nach Eiscreme müssen sie erbrechen (Ars,Puls, Calc.p). Andere Brechwürgearzneien wie Tabaccum, Sanguinaria, Aethusa e.a. geht es besser nach dem Erbrechen, sie haben sogar vermehrt Hunger. Ip hat weiter Kopfschmerzen, ihm ist schwindelig ( Verratr) und er bleibt appetitlos.
Antimonium tartaricum (Brechweinstein)
Manche Kinder hatten eine schwere Geburt mit Sauerstoffnot und Atmungsproblemene bis hin zu frühkindlichen Lungenentzündungen. Manchmal sind es auch Frühgeborene mit einer Neigung zu Infekten der oberen Luftwege, weil sie nur träge und schlecht auf Reize reagieren können (Op, Sulf). Kälte und kaltes Baden sind krankmachender Faktoren. Sie tendieren zu Schleimhautentzündungen der Atemwege und des Magendarmtraktes mit Erbrechen (aus Schwäche). Aber selbst hier reagieren sie nur zögerlich, so dass das Erbrechen schwierig ist und sie stattdessen häufig nur vergeblich würgen (Ip, Ant.c, Nux.v, Ars.a, Lyc, Puls, Sulf). Vielleicht ekeln sie sich deshalb vor Speisen. Sie mögen keine Berührung und sind eher mürrische Kinder (Cham, Cina, Ant.c, Sep, Lyc, Calc.p, Nat.m, Staph, Sil, Nosoden).
Veratrum album (weisse Nieswurz)
Verratrum Kinder zeigen nicht selten ein extremes emotionales Bild mit Wechsel zwischen Teilnahmslosigkeit und heftigster Erregbarkeit. Wie bei Ars, Phos, Ip, Podo, Chin sind die Kinder empfindlich bei Säfteverlusten: Fieber, Erbrechen und Durchfall führt zu einer deutlichen Schwächung des Allgemeinzustandes, und geht bis zur Ohnmacht (Kollaps bei Erbrechen (Ip, Tab, Ant.t) und dem choleraähnlichen wässigen Durchfall. Das Erbrechen erfolgt eruptiv, "geschoßartig" (Arg.n, Aeth;Ars, Phos) nach vorausgehendem Würgen und Übelkeit. Bei sog. Magenpförtnerkrämpfen kann an das Mittel ebenso gedacht werden wie bei bulimischen Zuständen, also Essen und anschließendes Erbrechen. Die Nase, das Gesicht, ja der ganze Körper ist blass oder bläulich. Das Erbrechen ist begleitet von Kälte der Haut, kaltschweissigen Gesicht. Es besteht in der Regel ein erheblicher Schwindel. Trotz des heftigen Erbrechens und der Kälte verlangen die Patienten nach kaltem Wasser, das allerdings schnell wieder erbrochen wird (Ars.a, Phos). Es besteht grosses Verlangen nach Salz, nach Erfrischendem und nach sauren Speisen (Sauer zieht zusammen, und beugt so dem Zerfall ~ Kollaps vor, ähnlich wie bei Phos, Arg.n, Nat.m, Carb.v, Calc, Con, Med). Bei älteren Mädchen tritt Erbrechen (und Durchfall) tritt nicht selten im Zusammenhang mit Periodenschmerzen auf. Gehen und Wärme bessert. Saures Obst wird verlangt, aber nicht vertragen (Ars,.Chin)
Belladonna (Tollkirsche)
Das Erbrechen wird charakterisiert durch Begriffe akut, heftig, plötzlich und krampfhaft (Cuprum metallicum) und taucht meistens im Rahmen eines hochfieberhaften Racheninfektes mit Mundtrockenheit, Halsweh, Schluckbeschwerden und Kopfschmerzen auf. Die Kinder vermeiden Bewegungen, Erschütterungen wie Autofahren o.ä. vertragen sie gar nicht. Kopfschmerz und Erbrechen (Ip, Sang, Puls, Phos, Lob, Nux.v, ...) gehen meist mit einem roten Kopf und kühleren Armen oder Beinen einher (Dampfdruckkessel). Belladonna Kinder haben im Fieber glänzende grosse Augen (Name), sind sehr empfindlich gegen Licht. Sie haben meistens Angst vor Hunden, tendieren aber selbst dazu (bei Wut) zu beissen oder zu knurren. Viele lieben es zu zündeln. Etliche Kinder rollen im Schlaf mit dem Kopf. Der Anblick eines fliessenden Wassers oder glänzende Gegenstände verschlechtert wie bei allen Nachtschattengewächsen. Sie trinken gern Limonade.
Bismutum (Wismutnitrat)
Bei Bismutium führt Essen und Trinken zu unterschiedlichen Magen-Darmstörungen. Wasser wird sofort nach der geringsten Menge (Ars, Cadm.s) wieder erbrochen, Speisen hingegegen werden wegen der langsamen Verdauung länger zurückgehalten. Es ist als ob sich über mehrere Tage der Magen wie ein Wackerstein füllt. Im Magen drückt und brennt es, das Organ verkrampft sich, um schliesslich dann doch auch die feste Nahrung in grossen Mengen wieder zu erbrechen. Das ist natürrlich ein quälender Zustand, der Patient wird unruhig (Ars) und er wälzt sich hin und her. Kalte Getränke werden zunächst besser vertragen als warme. Die Übelkeit nach warmen Getränken tritt unmittelbar auf (Phos, Puls). Schweregefühl und das lästige Wackerstein-Gefühl zeigen sich auch in unteren Bauchabschnitten durch krampfartige Bauchschmerzen (Cupr, Veratr, Colo, Nux.v, Bell, Lyc, Dios, Caust, ...) aber weniger im Sinne von Koliken, sondern vielmehr durch langsames Spannen der Bauchmuskeln wie unter einer Last. Das Medikament wird eingesetzt bei Cholera infantum, d.h.bei faulig, stinkenden oder kadaverartig, wässrigen Stühlen begleitet von einem zunehmenden Kräftsverfall (Verat, Ars, Chin). Bismut verlangt nach Gesellschaft, das Kind klammert sich an Mutters Hand, Schmerzen werden besser durch das Zurückstrecken, nicht durch das Zusammenkrümmen. Kinder wollen tagsüber schlafen.
Tabaccum (Tabak)
Übelkeit würgen und kalter Schweißausbruch insbesondere bei Reisekrankheiten und fahren im Auto (Cocc, Ferr, Sil, Hyos, Ars). Aufenthalt in frischer kalter Luft bessert, es besteht eine Abneigung gegen das trinken von Wasser (Nux.v, Staph, Solanaceae) .
Argentum nitricum (Silbernitrat)
Die Kinder sind hektisch, quirlig, gespannt, voller nervöser Erwartungen und neigen zu impulsiven „Entladungen“ wie geräuschvollem Aufstoßen nach dem Trinken oder zu plötzlichen explosiven "spundigen" Darmentladungen (Podo), als ob alles ganz schnell "nach draussen " müsste. Übelkeit und Erbrechen treten häufig bei Schulwechsel, Klassenarbeiten oder anderen mit gewisser Anspannung erwarteten Ereignissen auf (besonders wenn eine Zeiteingrenzung wie eine Verabredung, ein Arbeitslimit oder die Premiere einer Schulaufführung ins Spiel kommt). Man gewinnt den Eindruck, im Kopf drehe sich alles (Schlaflosigkeit vor Klassenarbeiten). Alles drängt nach aussen und muss ins Freie. Die Kinder tendieren zu Widerworten, als wollten sie irgendwie einer vereinnehmenden Situation entflüchten, denn Enge und Einengung können sie gar nicht ertragen. Sie haben schreckliche Furcht vor engen (warmen) Räumen, in Tunnel, in der U Bahn oder in Aufzügen als ob sie in der Falle sässen. Gelingt das impulsive Ausbrechen nicht, kommt es auf der Körperebene zu Würgen bis zum Erbrechen, oder auch zu Durchfall (noch mal eben vorher auf die Toilette vor einer Untersuchung). Sie verlangen nach Salz und Zucker (Lyc, Sacch, Calc) vertragen ihn aber schlecht und bekommen Durchfälle davon. Gelegentlich besteht bei den Kindern ein Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxösopahagitis). Im Gegensatz zu Chamomilla bessert das Aufstoßen. Vielleicht hat das Kind nach der Geburt Silbernitrattropfen wegen einer Augenreizung bekommen oder wurde der Nabel mit dem Höllenstift verätzt.
Lycopodium (Bärlappsporen)
Lycopodiumpatienten haben zeitlebens gehäuft Verdauungsprobleme. Bereits Babys tendieren zu erheblichen Wind Blähungen. Im Gegensatz zu Carbo vetetabilis, bei dem das Aufstoßen bessert, bleiben bei Lycopodium die Rülpser in der Kehle ( "im Halse") stecken (aufstossen). Den Säuglingen geht es wegen diesen unvollständigen Entladungen nach dem (vergeblichen) Bauern kaum besser. Die Probleme häufen sich wenn man sie bis dauernd bis zu Sättigung stillt (Phos, Puls, Nux.v, Sulf, Carb.v, Calc). Überessen wird prompt bestraft. Sie haben überhaupt ein seltsames Essverhalten: Anfangs appetitlos, dann kommt der Appetit mit dem Essen, worauf eine schnelle Sättigung folgt (Völlegefühl nach wenigen Bissen), um bald darauf wieder hunrig zu sein (Phos, Chin, Psor, Iod, Cic). Magenschmerzen zwingen den kleinen Patienten zu einer Beugehaltung und eingeklemmte Blähungen erzwingen ein Überstrecken Diese unruhige Rhythmus wird manchmal nachts noch schlimmer.
Ähnlich "schräg" verhält es sich übrigens mit der oft unvollständigen oder schwierigen Stuhlentleerung, die Kinder sind verstopft oder entleeren erst festen, dann dünnflüssigen Stuhl. Bereits Babys schniefen häufig bereits früh nach der Geburt und tendieren bereits als Neugeborene zu nächtlich verstopfter Nase (Samb, Nux.v). Die Kinder zeigen eine Neigung zum Stirnrunzeln (Nux.v, Cham) und zu faltigen Wangen was ihnen bereits als Baby ein "altes Gesicht " verleiht. Lycopodium Patienten vertragen schlecht blähende Speisen wie Hülsenfrüchte oder darmtreibende Mittel wie Sauerkraut. Wegen ihrer erheblichen Blähungstendenz mögen sie keinen Kleiderdruck am Bauch (Nux.v). LycopdiumKinder sind nicht besonders anhänglich, was sich jedoch ändert, sobald sie krank werden. Als eine der wenigen Mittel verlangen sie bei Halsentzündungen warme Getränke.
Ignatia (Ignatiusbohne)
Ignatiakinder sind kapriziöse empfindliche Kinder, sie leiden unter Kränkungen tendieren dazu, alles von der schlechten Seite zu sehen und sich bei Kritik gleich verlassen glauben und sich nachtragend leicht beleidigt zurückziehen. In der Tat werden mit Hilfe der Ignazbohne häufig (akute) Kummersituationen behandelt, die im Zusammenhang mit Verlassenheit (enttäuschter Liebe, Tod, Isolation) stehen. Körperlich ist das von einem Leeregefühl im Magen und häufig auch von Seufzen begleitet ("wie schwer es doch alles ist, aber komm mir nicht zu nahe"). Wie bei Pulsatilla neigen sie zu widersprüchlichen Symptomen: Trotz ihres Kummers wollen sie sich partout nicht trösten lassen, als ob sie alles in Eigenregie regeln wollten( Abneigung gegen Berührung). Der Magen hängt einerseits - so die Empfindung - wie ein schlaffer Sack durch. Essen bessert die Magenleere nicht, sondern führt zu Schluckauf, saurem Aufstossen und saurem Erbrechen. Gleichzeitig kann der Patient ein Klumpengefühl oder Knotengefühl beim Schlucken verspüren, wobei hier festes Essen bessert, weil das den Knoten besser passiert. Der Patient hat das Gefühl, es gehe ihm besser durch saures Aufstossen. Natürlich ist der Appetit auch launisch. Es besteht Abneigung gegen Milch (Säurepuffer) und Fleisch (Säurelocker). Dennoch verlangt er - wenn überhaupt - nach sauren Speisen. Er mag kein warmes Essen, obwohl sie viele Magenbeschwerden noch am besten lindern. Meistens wird er aber schnell appetitlos und mag gar nichts essen, sich überhaupt nicht trösten lassen. Seltsamerweise beisst er sich beim Sprechen oder Kauen häufig auf die Zunge oder Wangentasche. Ihn piesackt ein Nagelkopfschmerz, der von aussen nach innen getrieben worden ist. Irgendwo ist deutlich "der Wurm drin".(Calc, Spig) . Tatsächlich ist Ignatia eine Arznei gegen Madenwürmer.
Pulsatilla (Küchenschelle)
Pulsatilla Kinder tendieren dazu, gelegentlich auch auf körperlicher Ebene "den Hals nicht voll zu kriegen" und sich nicht nur trostbedürftig, weinerlich und anhänglich zu zeigen, sondern sich auch den Magen voll zu schlagen. Entsprechend ihrem launischen Charakter geschieht das Überessen periodisch. Sie vertragen keine fetten Speisen, bekommen nach Eiscreme Kopfschmerzen mit Erbrechen. Im Gegensatz zu Argentum nitricum, bei dem das Aufstoßen bessert, bleiben bei Pulsatilla die Rülpser - wie bei Lyc - oft in der Kehle stecken. Den Säuglingen geht es wegen dieser unvollständigen Entladung nach dem (vergeblichen) Bauern nicht besser. die Tendenz zum "Einverleiben" entsprechen auch einige Charakterzüge dieses Mittels (Ip), weil die Patienten nicht selten von dem Gefühl beseelt sind immer allein zu sein .Sie suchen weinerlich ständig nach Trost und Kontakt. Phosphor verlangt nach Mitleid und ist gesprächig, Pulsatilla verlangt nach wärmender Nähe um das Verlassenheitsgefühl zu kompensieren. Dabei mögen sie keine physische Wärme wie warme Luft, Bettwärme oder wärmende Kleidung sondern bevorzugen frische klare Luft oder gar Kälte. Es ist eine widersprüchliche Arznei (Ign, Nat.m, Sep, Staph,,Thuj, Tub) mit dauernd den Ort wechselnden Symptomen und einer ebenso grossen Launenhaftigkeit wie Ignatia,. Die Küchenschelle unterscheidet sich aber deutlich durch das Trostverlangen. Die Absonderungen von Pulsatilla ( von Tränen bis Schnupfen) sind nie scharf und wundmachend sondern immer mild, dickrahmig und eher gelb.
Carbo vegetabilis (Holzkohle)
Gärprozesse (Verrottung) im Magen führen zu explosivem Aufstoßen (vgl. Arg.n, Nux.v, Puls, Cupr, Mag.p, Bism, Nicc, Ign) , Sodbrennen und ranzig schlechtem Mundgeruch. Sie vertragen keine gehaltvollen, fettigen Speisen wie Öl oder Butter. Diese Nahrungsbestandteile führen sofort zu Völlegefühl, Aufstossen und würgendem Husten ähnlich wie bei Pulsatilla.Das Aufstossen erleichtert (Mag.c, Arg.n). Wärme, Stillstand und stickige Räume werden schlecht vertragen, so dass die nicht selten blaugesichtigen Patienten (Cupr, Ip, Ant.t, Aur), es besteht ein dringender Wunsch angefächelt zu werden. Neben Lufthunger zeigen sich Reaktionsmangel, Schwäche und übermäßige Flatulenz.Die Patienten erkälten sich leicht. Begleitend kann sich eine rauhe, gefleckte und schlecht heilende Haut zeigen. Zugrunde liegt eine Schwäche des venösen Blutkreislaufes.Auch das ähnelt Pulsatilla , allerdings haben Carbo Patienten ein deutliches Verlangen nach Salz und sauren Speisen (Nat.m, Verat, Phos, Arg.n).
Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat)
Die Kinder sind blaß, zart, hager und halten in der Regel schlecht das Köpfchen (Phosphate, Aeth, Gels, Abrot, Verat, Sulf). Die obere und untere Wirbelsäule scheinen eine Schwachstelle zu sein. Der Nacken ist empfindlich ( Vögel) z. B. gegen Zugluft, und die Steißbeinregion reagiert empfindlich auf Druck (oberer und unterer Wirbelsäulenschluß). Säuglinge wirken unzufrieden, verweigern die Muttermilch und tendieren zu ausgiebiger Quengeligkeit, manche Kinder stöhnen viel als ob sie sich nicht entscheiden könnten. Viele Kinder leiden unter Wachstumsschmerzen (Phos, Ph.ac, Agar,Calc.f, Aur, Merc). Die kleinen Patienten haben Hunger, bekommen aber sofort Magenschmerzen nach dem Essen (Nux.v, Puls, Ars, Phos, Chin, Lyc, Sep, Sil, ...). Liegen oder Hinlegen bessert die Beschwerden. Neugeborene verweigern die Muttermilch, dennoch besteht ein ständiges Verlangen, an der Brust zu saugen. Es kommt zu einem heftigen Schluckauf. Die Entwicklung verkäuft nur langsam, sie lernen spät laufen. Im späteren Kindesalter neigen sie zu Erkältungskrankheiten besonders bei nassem Winterwetter oder Wetterwechsel, außerdem frieren sie leicht, weshalb ihnen der Aufenthalt im Freien eher weniger behagt. All diese Symptome ähneln Silicea, Arsen, Lycopodium und anderen "schmächtigen" Kindern, ebenso wie Magenschmerzen durch kalte Getränke. Die Kinder erbrechen nach Eiscreme (Ars, Ip, Puls) Der Phosphorschmerz hingegen bessert sich durch kalte Speisen.Spezifischer ist ein begleitender Kopfschmerz entlang der Schädelnähte.
China (Chinarindenbaum)
Periodische Schwäche mit Mattigkeit und Erschöpfung wie nach Malaria Fieber. Nachtschweiß. Der Verlust von Körpersäften vermindert die Hautspannung und läßt die erschöpften Kinder eher gelblich, fahl und schwach erscheinen. In der Regel sind sie appetitlos (Nux.v, Puls, Ars, Sil,Lyc) , weil bereits Kleinigkeiten Magenschmerzen (Lyc)auslösen. Manchmal besteht richtig Ekel vor Speisen (Ip, Ars, Sep, Cham). Sie können aber besonders nachts auch mächtig Hunger entwickeln. Begleitend findet man neben dem Erbrechen typischerweise ein Wechselfieber und als Ausdruck der Schwäche nächtliche Atemwegsindekte mit Erstickungsgefühlen (Acon, Ars.a, Samb). Das saure, ranzige Aufstossen besonders nach Milch wie auch das wenig lindernde Aufstossen erinnert wieder an Lycopodium, und Carbo vegetabils, die Heftigkeit auch an Argentum nitricum. China Kinder vertragen Obst (Puls, Veratr) sehr schlecht. Erschütterungen, zugige Kälte und Wind mögen sie wegen ihrer Empfindlichkeit nicht. Sie verlangen nach Salz und Gewürzen (Phos, Sulf, Arg.n) und nach kalten Getränken. Überraschende Besserung erfahren sie nur durch harten Bauchdruck wie z.B. lehnen über eine harte Stuhlkante, ein geringer Druck verschlechtert.( Lach, Mag.p,Colo), ebenso wie Berührungen (Lyc, Sil, Bell, Nux.v, Nit.ac, Phos, Lach, Sep, Ars, Calc.p,Calc, Acon, Lach ....) . Sie verlangen aber nach lockerer Kleidung.
Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat)
Wiederholtes Erbrechen von Brustkindern. Das explosive Erbrechen erfolgt direkt nach dem (zu kalten?) trinken von Tee, es „überfällt“ die Kinder wie ein Blitzschlag und ist häufig begleitet von schrillem Schreien (Cic, Apis). Zuckungen der Muskulatur und einem schmerzhaften heftigen Schluckauf (Lyc, Mag.m, Nux.v, Ars,Arg.n, Nicc) sowie kolikartigen Magen und Bauchschmerzen. Die bedauernswerten Kinder krümmen sich (Colo) und das einzige was hilft, scheint sanftes Reiben des Bauches oder warme Fönluft zu sein. Geringer Druck verschlechtert. Entblößen oder Kälte mögen sie in dem Augenblick gar nicht.
Chamomilla (echte Kamille)
Das Kind gerät schnell in Zorn, bekommt einen roten, heißen Kopf, evtl. mit Schweißausbruch, wirft sich wütend auf den Boden, strampelt und versucht seinen Schmerz loszuwerden. Das kann bis zum Erbrechen führen. Die Vergleichsmittel Erbrechen nach Zorn und Ärger sind Ignatia, Ipecacuanha und Lycopodium.
Silicea (Kieselsäure)
Erbrechen nach Milch, speziell nach Muttermilch (Ant.c, Ph.ac, Calc.p). Es ist also eine Arznei speziell gegen das Erbrechen junger Säuglinge (Aeth, Cupr, Ip,Sanic, Calc.p, Valer, Ars, Phos, Ph.ac). Man hat den Eindruck, die Kinder weigern sich etwas anzunehmen. Auch später noch können sie sich ziemlich "dünnhäutig " oder bockig (Neinsager, "das schaffe ich nicht"....) anstellen, obwohl man gleichzeitig den Eindruck hat, sie bemühten sich nicht, „quer“ zu sein, und ihnen fehle nur das nötige Quentchen Selbstbewustsein, um ihre Scheu zu überwinden, dann würde es gehen. Und tatsächlich ist es genauso. Es sind empfindliche Kinder: empfindlich gegen Geräusche, empfindlich im Bezug auf die Meinung anderer, sie sind empfindlich gegen Wind und Luftzug und schüchtern beim Auftreten in der Öffentlichkeit u.v.a.. Manchmal gab es im Vorfeld der Beschwerden eine Impfung. Fleisch und kalte Speisen mögen sie in der Regel nicht, aber sie verlangen nach Unverdaulichem, sie essen gerne Sand.
Robinia (Frisia)
Bei der Arznei findet sich nächtliches Sodbrennen begleitet von migräneartigem Stirnkopfschmerz (Iris). Seltsamerweise verschwindet der Schmerz bei Bewegung ( In der Homöopathie wird ein nicht erklärbares Begleitsymptom als konkommitantes Syndrom bezeichnet und führt nicht selten direkt zur richtigen Arznei). Im Arzneimittelbild von Robinia findet sich lautes, saures, scharfes Aufstoßen, saures Erbrechen, sehr scharf und ätzend,so dass die Zähne sich stumpf anfühlen. Gelegentlich kommt es zum Gefühl einer Zusammenschnürung im Magen, nachts nehmen die Beschwerden zu. Essen verschlechtert und führt zu Geblähter Bauch, Kolik mit Kneifen oder andere Bauchbeschwerden. Stühle und Schweiße riechen sauer (Rheum, Mg.salze, Iris, nicht so sehr bei Calc) Gelegentlich wird das Gefühl beschrieben als ob mit dem durchfälligen Stuhl der Körper ausgeschwemmt werde. Es besteht Furcht vor allem Schwarzen.
Cuprum metallicum (metallisches Kupfer)
Cuprum Kinder sind rast und ruhelos, wirken irgendwie verkrampft .Sie neigen zu Wutanfällen.(Cham, Tub, Hyos,Stram, Bell, Sulf, Tarent). Die kleinen Kinder "schlucken viel" Luft, man hört die Milch beim Trinken deutlich in den Magen glucksen (Ars, Arn, Aloe, Lyc,Podo). Anschließend ist der Magen aber überfordert und sie können die Milch nicht regelrecht aus dem Magen bringen, vielleicht wegen eines engen Magenausganges (Pfortnerkrampf). Das Kind strengt sich mächtig an, sie krampfen sich zusammen, bekommen einen explosiven Schluckauf (Arg.n, Nux.v, Mag.p, Bism, Nicc, Ign, Puls, Carb.v) und erbrechen periodisch schließlich nahezu plötzlich und gewaltsam mit rot-blauem Gesicht (Sanic), wobei man den Eindruck hat, dass Erbrechen die Magenschmerzen eher noch verschlechtert (Ip, Nux.v, Phos, Verr.a). Cuprum Kinder reagieren empfindlich auf Verabreichung von Medikamenten (Nux.v, Puls, Sulf, Cham, Coff, Chin, Lyc, Sil ) insbesondere durch unterdrückende Hautsalben. Sie reagieren mit Apathie oder häufiger mit nervöser Unruhe (Zink), Muskelkrämpfen, Schlaflosigkeit (bei geistiger Erschöpfung) oder nach "wegsalben von Hautreizungen" mit Gehirnsymptomen wie schrillem Schreien oder gar Hirnkrämpfen. Im Grunde verschlechtert jede Form von Unterdrückung. Die Kinder gelten als nachgiebig, aber irgendwo besteht ein innerer Druck der sie unwillkürlich in Aggressiion oder Weinen ausbrechen lässt. sogar bei Krampfanfällen ist Weinen beschrieben worden. Cuprum ist eine beissende, bissige Arznei (Nachschattengewäche, Tarent, Canth, Calc, Cham, Ars, Arum.t, Verrat, Caust, Phos, Bufo). Die Arznei kann boshaft, diktatorisch und destruktiv sein, meist jedoch nicht dauerhaft sondern im Wechsel mit milden , nachgiebigen Phasen. Die Patienten haben viele Ängste und Vorstellungen in denen es um Verfolgung, Polizei und Ordnung geht und sie am liebsten flüchten würden . Vor allem aber fürchten sie sich aber davor ihre Pflicht nicht zu erfüllen.Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Das führt aber nicht selten zu Beschwerden durch geistige Anstrengung Bei aller Raserei, Tobsucht und Streitsucht sind sie auch reumütig und sentimental.
Ruta graveolens (Weinraute)
Übelkeit und Erbrechen insbesondere nach Röntgenaufnahmen (Zahnarzt). Es ist ein Mittel, das in Frage kommt, wenn der Magen spannt und Milch bessert. Es iwird hauptsächlich eingesetzt bei Verletzungen fmit Spannungszuständen wie z.B. bei Entzündungen der Knochenhaut, nach Prellungen des Schienbeins, Verstauchungen, Sehnenscheidenentzündungen oder auch zur Verbessung der Heilung nach nach Knochenbrüchen (Calc.p).
Natrium sulfuricum (Bittersalz)
Bittersalzpatienten vertragen keine Nässe. Vielleicht haben die Kinder eine Kopfverletzung schlecht überstanden. In der Vorgeschichte findet sich gelegentlich auch ein sog. Hüftschnupfen. Der Magen ist schnell verdorben, begleitet von bitterem oder galligem Erbrechen. Manchmal haben sie Bauchschmerzen um den Nabel vor dem Frühstück.
Cadmium sulfuricum (Kadmiumsulfat)
Starke Übelkeit oder Erbrechen von galliger, gelblicher oder hämatinariger Substanz. Der Patient ist so empfindlich, dass bereits das berühren der Lippen Würgen oder Erbrechen auszulösen vermag. Starke Schwäche bereits beim Aufstehen. Erschöpfung und Angst vor dem Alleinsein (aber nicht die existentielle Angst wie bei Arsen). Der Patient muss außerdem still liegen, um ein Erbrechen zu verhindern. Erbrechen nach dem Essen, Verlangen nach kaltem Wasser, das schnell erbrochen wird, Angst vor der Stuhlausleerung.
Homöopathische Arzneien bei (überwiegend) Durchfällen bei Kindern
Arsenicum album (arsenige Säure)
Der wundmachende aashaft riechende Durchfall begleitet von krampfartigen Bauchschmerz tritt leicht nach verdorbenem Essen oder Genuss von kalten Speisen wie Eiscreme (Puls, Carb.v, Calc.p, Dulc) oder eiskalter Limonade auf. Den Kindern ist sterbenselend (Ip). In der Regel löst innerhalb eines Tages ein "Durchfall das Erbrechen ab". Bei Arsen kann es noch zu Erbrechen während des nachfolgenden Durchfalls kommen (Aeth, Gamb, Verr.a, Arg.n). Die Kinder sind in der Regel blass und sind voller Angst, aber dennoch aufmerksam. Sie können nicht allein sein weil sie ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben (Ordnungsliebe). Sie tendieren dazu alles zu kontrollieren. Sie frieren schnell und verlangen nach Wärme aller Art sei es Bettwärme, Zuwendung oder warme Getränke, die unablässig aber in kleinen Schluckengetrunken werden. Sie vermeiden körperliche Anstrengungen weil sie ihre Schwäche spüren. Frische Luft belebt ein wenig.
Aconitum (Sturmhut)
Leitidee: plötzlich eiskalt erwischt; Durchfall bei Zahnung oder Kälteexposition (Nux.v, Sil)
Plötzliche schockartige Kälte, die an "die Nieren geht" (Harnverhaltung) manchmal auch ein starker plötzlicher Schmerz führt zu einer erregten, hochgradig angstbesetzten Wachheitsreaktion wie beim Erleben einer lebensbedrohlichen Situation (Anblick eines Unfalls, Op, Calc). Nach akutem Schreck oder überfallartiger Aufregung aber auch nach kaltem (Sturm) Wind, plötzlichem Wetterwechsel oder gelegentlich nach zuviel kalten Getränken tritt dabei gelegentlich ein reaktiver Durchfall mit oder ohne ebenso plötzliches Fieber auf. Richtungsweisend für die Verordnung dieser Arznei sind der Schreck, der in die Glieder fährt. Aconitum Kinder sind ruhelos im Fieber, sehr schmerzempfindlich (Cham, Coff, Bell, Nux.v,Sacch) . Hinlegen in einer solchen Situaion ist nicht möglich, besser istt aufrechtes Sitzen (Dig, Bry, Nux.v, Dulc; Puls, Ant.t). Ruhelose (nächtliche) Angst findet sich auch bei Arsen, Chamomilla, Belladonna, Stramonium, Cuprum, Gelsemium, Opium, Halogensalzen wie Natrium chloratum, Kalium bromatum etc.
Aethusa (Hundspetersilie)
Arundo (Schilfrohrgras)
Leitdee: Heuschnupfen
Das Schilfrohrgras ist eine wichtige Heuschnupfenarznei mit brennend scharfem Schnupfen in Verbindung mit Augenreizungen,Speichelfluss und Hautausschlägen um den Mund herum (Ars.a, Hep.s, Nat.m, Dulc, Sil, Lyc, Merc). Die Kombination ist begleitet von Hautempfindungen wie Ameisenlaufen und gelenknahen brennend stechenden Schmerzen sowie Schwellungen der Beine und Füsse (im stehen). Der schmerzende Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern tritt gehäuft während der Zahnung auf.Ein verstärkter Haarausfall , vor allem aber die Beobachtung dass Kinder häufig in den (juckenden) Ohren bohren weist auf diese Arznei hin.
Ipecacuana (Brechwurzel)
Anhaltendes Würgen mit schlußendlichem Erbrechen von Mageninhalt ist ein Leitsymptom dieses Medikamentes. Anders als bei Arsen oder Phosphor dauert es lange bis zum Erbrechen, gleichsam als ob sich die Patienten nicht entschliessen könnten. Die Bronchien sind nicht selten verschleimt, die Kinder husten, würgen und erbrechen schließlich doch, ohne dass es ihnen danach besser ginge. Andere Brechwürgearzneien wie Tabaccum, Sanguinaria, Aethusa e.a. geht es nach dem Erbrechen besser, sie haben sogar vermehrt Hunger. Brechwurzelpatienten leiden weiter: sie haben Kopfschmerzen, ihnen ist schwindelig ( Veratr) und sie bleiben appetitlos.
Die Kinder sehen blass und elend aus. Die Zunge ist nicht belegt. Ständig haben sie die Finger im Mund (Phos, Cham, Calc, Sil , Lyc, Veratr, Hell, Nat.s, Med). Typische Ipecacuanaschmerzen im Bauch sind um den Nabel lokalisiert. Ein nachfolgender Durchfall wird in der Regel ebenfalls von Übelkeit begleitet (Ars.a, Ant.t, Bism, Verr.a, Podo, Crot.t, Aeth)
Ähnlich wie die Pulsatille reagieren sie auch empfindlich auf Völlerei, in der Regel wird Überessen sofort mit Übelkeit und Durchfall "bestraft". Nach Eiscreme müssen sie erbrechen (Ars, Puls, Calc.p).
Ip Patienten vertragen weder Kälte noch Wärme. Insbesondere bei feucht- wamem Wetter, nach Schwitzen, Flüssigkeitsverlusten oder überhaupt Durchnässung treten die typischen Ipecacuana Beschwerden auf. Sie brauchen frische Luft.
Chamomilla (echte Kamille)
Chamomilla Kinder sind sehr schmerzempfindlich. Insbesondere bei der Zahnung oder nach Erkältungen kommt neben einer erheblichen Reizbarkeit zu Wuterbrechen (Ign, Ip, Lyc) und / oder Durchfällen mit wässrig-grünem Stuhl und stinkenden Winden. Der Stuhl riecht wie faule Eier (Ars.a, Podo, Calc, Carb.v, Sulf, ...). Das Tragen auf dem Arm, zusätzliches Umhergehen, (physische und psychische) Wärme nehmen den Kindern offensichtlich ein Teil der Schmerzen und bessern. Nicht selten komplizieren Ohrenschmerzen das Bild.
Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat)
Calc.p ist neben Silicea und Tuberculinum ein hilfreiches Medikament, wenn es bereits beim Stillen Probleme mit der Verdauung gibt. Die Säuglinge erbrechen die Muttermilch oder lehnen diese sogar ganz ab. Es ist ein ewiges Hin und Her. Gleichsam als würden sie zwischen dem eher trägen Calziumanteil und dem brennenden aktiven Phosphor hin und herpendeln. Es sind daher in der Regel unzufriedene unstete Kinder, die gern reisen, aber auch gern fragen, wann es wieder nach Haus geht. Die Säuglinge verlangen ständig einerseits gestillt zu werden, um die Brust sodann wieder wegzustoßen. Ein frustriendes ewiges Hin und Her für Mutter und Kind. Begleitet wird diese ruhelose Unzufriedenheit (bevorzugt bei Zahnungen und Wachstumsschüben) nicht selten von grünen stinkenden Durchfall mit Blähungen. Die Entwicklung verkäuft nur langsam , sie lernen spät laufen. Im späteren Kindesalter neigen sie zu Erkältungskrankheiten besonders bei nassem Winterwetter oder Wetterwechsel, außerdem frieren sie leicht, weshalb ihnen der Aufenthalt im Freien eher weniger behagt. All diese Symptome ähneln Silicea, Arsen, Lycopodium und anderen "schmächtigen" Kindern, ebenso wie Magenschmerzen durch kalte Getränke. Die Kinder erbrechen nach Eiscreme (Ars, Ip, Puls).
Die Kinder tendieren zum Schwitzen, zeigen nicht selten einen zarten Körperbau (Trichterbrust, dünne schmale Knochen). Oftmals findet sich eine übergroße Fontanelle. Wie sollte es anders sein: Die Fontanelle ist geschlossen und öffnet sich wieder, als ob die Knochenplatten ebenso wie das Kind nicht entscheiden könnten, entsprechend spezifisch ist ein begleitender Kopfschmerz entlang der Schädelnähte. Viele Kinder leiden unter Wachstumsschmerzen (Phos, Ph.ac, Agar,Calc.f, Aur, Merc).
Phosphor (gelber Phosphor)
Bei Phosphor Patienten scheint der anale Schliessmuskel unzureichend zu arbeiten. Es besteht das Gefühl, als ob der Schliessmuskel erschafft, gelähmt (Aloe, Apis, Sec.c ...) und der Anus offen stehe. Schmerzloser Durchfall bevorzugt morgens (Aloe, Sulf) ist die Folge. Die Kinder müssen sich immer beeilen um rechtzeitig auf auf die Toilette zu kommen. Sie sind in der Regel sehr durstig (~ "Brand", Bry, Sulf, Ars.a), lieben kalte Getränke, die in grossen Zügen getrunken werden. Sie erbrechen leicht, insbesondere wenn die Speisen im Magen warm geworden sind. Wie bei China beteht eine Abneigung gegen Obst und ein Verlangen nach gewürzten Speisen. Ihr grundsätzlich, extrovertierter Charakter, ihre Phantasie Ideen und Begeisterungsfähigkeit machen sie offen für viele Einflüsse aus der Umgebung. Viele der feingliedigen hochgewachsenen Kinder sind leicht beeindruckbar Sie "brennen an zwei Enden " voller Enthusiasmus und verlieren dadurch schnell Energie. Es ist als ob sie aus allen Poren diffundiert (Konzentrationsschwäche) Dadurch können sie bereits aus voller Gesundheit kurze Zeit später körperlich in eine iinstabile Kreislaufschwäche geraten. Diese Schwäche ist häufig begleitet von Schwindel. Ihre Sensibilität und " Durchlässigkeit " macht sie empfänglich für alles was sich in der Umgebung sichtbar und unsichtbar abspielt. Sie haben z.B. eine "Antenne" für athmospärische Zwischentöne". und fühlen fühlen wie ein Gewitter naht
Veratrum album (weisse Nieswurz)
Veratrum kann durch die 5 K definiert werden: Kälte, Kollaps, C(k)holera, königlicher Habitus. Die Kinder haben nicht selten ein überzogenes Bild von sich. Alles muss wie selbstverständlich auf sie zugeschnitten sein. Sie sind regelhaft sehr geschmackvoll, wählerisch und nicht zimperlich im Erreichen ihrer Ziele. Solange sie hofiert werden ist alles in Ordnung, wenn nicht, dann machen sie einen "koketten", gefallsüchtigen Eindruck. Aber er kann auch heuchlerisch, lügnerisch und hinterhältig sein. Bei alledem sind sie hochempfindlich, haben viele Ängste, erschrecken leicht oder grübeln viel. Verratrum Kinder zeigen deshalb nicht selten ein extremes emotionales Bild mit Wechsel zwischen Teilnahmslosigkeit und heftigster Erregbarkeit. Bei bulimischen Zuständen, also Essen und anschließendes Erbrechen.kann an das Mittel gedacht werden (Ohnmacht nach Erbrechen (Ip, Tab, Ant.t)
Wie bei Ars, Phos, Ip, Podo, Chin sind die Kinder empfindlich bei Säfteverlusten: Erbrechen und Durchfall schwächen den Körper (Chin, Podo, Nux.v, Ars.a, Phos, Ip). Choleraähnlicher wässrig profuser Durchfall und eine Frostigkeit von innen und aussen zeigt schließlich eine doch weit weniger starke Persönlichkeit, als die er sich selbst gern gibt. Es besteht in der Regel ein erheblicher Schwindel. Seltsam ist das Verlangen nach Kaltem trotz eisiger Kälte (Camph, Sec.c) und Kaltschweissigkeit der Haut.
Die Patienten haben grosses Verlangen nach Salz, nach Erfrischendem und nach sauren Speisen (Sauer zieht zusammen, und beugt so dem Zerfall ~ Kollaps vor, ähnlich wie bei Phos, Arg.n, Nat.m, Carb.v, Calc, Con, Med). Gehen und Wärme bessert. Saures Obst wird verlangt, aber nicht vertragen (Ars,.Chin). Ein Systemkollaps droht.
China (Chinarinde)
Periodischer Durchfall besonders in den Sommermonaten (Sommerdiarrhoe) und nach Genuss von Obst (Puls, Veratr). Auch Kuhmilch wird schlecht vertragen. Das saure, ranzige Aufstossen besonders nach Milch wie auch das wenig lindernde Aufstossen erinnert an Lycopodium und Carbo vegetabilis, die Heftigkeit auch an Argentum nitricum. Es entwickeln sich unverdaute faulig riechende teilweise blutige Stühle. Gelegentlich sind Leber und Milz geschwollen. Gallenblasenbeschwerden verursachen kolikartige Bauchschmerzen, eine Tendenz zur Gelbsucht oder einen geblähten Bauch mit viel Windabgang. Dennoch bessern sich auch dann die Beschwerden nicht. Lediglich Bewegung bringt etwas Erleichterung.
Durch den periodischen Flüssigkeitsverlust werden die Kinder blass (Anämie), müde und nachtschweissig. Der Verlust von Körpersäften vermindert die Hautspannung und läßt die erschöpften Kinder eher gelblich, fahl und schwach erscheinen. In der Regel sind sie appetitlos (Nux.v, Puls, Ars, Sil,Lyc) , weil bereits Kleinigkeiten Magenschmerzen (Lyc)auslösen. Manchmal besteht richtig Ekel vor Speisen (Ip, Ars, Sep, Cham). Sie können aber besonders nachts auch mächtig Hunger entwickeln. Begleitend findet typischerweise ein Wechselfieber und als Ausdruck der Schwäche nächtliche Atemwegsindekte mit Erstickungsgefühlen (Acon, Ars.a, Samb). Erschütterungen, zugige Kälte und Wind mögen sie wegen ihrer Empfindlichkeit nicht. Sie verlangen nach Salz und Gewürzen (Phos, Sulf, Arg.n) und nach kalten Getränken. Überraschende Besserung erfahren sie nur durch harten Bauchdruck wie z.B. lehnen über eine harte Stuhlkante, ein geringer Druck verschlechtert.( Lach, Mag.p,Colo), ebenso wie Berührungen (Lyc, Sil, Bell, Nux.v, Nit.ac, Phos, Lach, Sep, Ars, Calc.p,Calc, Acon, Lach ....) . Sie verlangen aber nach lockerer Kleidung.
Dulcamara ( Mädesüss)
Nasskaltes Wetter, das Sitzen auf nassem Boden (Nat.s) oder eine kalte Durchnässung (Rhus.t, Calc), feuchte nasse Zimmer oder kalte Speisen führen zu Erkältungsneigung, Blasenreizungen und durchfälligen Stühlen. Genauer betrachtet ist es bei Mäsesüss der Wechsel, das Kaltwerden, der den Patienten zu schaffen macht. Denn nicht nur zum Herbst hin sondern auch im Sommer kann es bei Temperaturstürzen zu einem Sommerdurchfall kommen. Durchfälle treten regelhaft im Zusammenhang mit Erkältungen auf. Nicht selten ist dabei die Rückenmuskulatur ( insbesondere der Lendenbereich) schmerzhaft und fühlt sich wie gelähmt an. Die Schwäche ist besonders heftig morgens nach dem Aufstehen oder nach dem Stuhlgang (Nux.m, Sil, Nux.v, Phos, Verat,Sep, Bry, Carb.v, Chin, ...)
Der Stuhl riecht aashaft, gelegentlich auch sauer (Phos, Graph, Hep.s, Sulf, Cham, Chin, Podo), ist begleitet von faulig stinkenden Blähungen (Ars, Sulf , Nit.ac, Arn, ...) und kann blutig durchsetzt sein. Manchmal tritt der Durchfall schwallartig (Bry, Arg.n, Podo, Sec.c) und so heftig auf, dass ein Enddarmvorfall die Folge ist.
Dulcamara Patienten neigen zu Allergien bsonders im Frühjahr und im Sommer. Entblössen oder Entkleiden mögen die Patienten nicht. Bettwärme oder warmwerden allgemein tut ihnen gut.
Dulcamare Patienten mögen wie Bryonia, Calcium carbonicum, Carbo vegetabilis, Cuprum e.a. keine Veränderung (im Leben), sie stecken für die Familie gern den Claim ab, auf dem sie leben möchten und können diesen Flecken relativ dikatorisch, streitsüchtig und eigensinnig verteidigen und dabei schnell zornig werden.
Rheum (Rhabarber)
Saures Erbrechen, saurer rhabarberartiger(!) Stuhl (Mag.c), Bauchkoliken. Alles am Kind riecht sauer. Die Kinder jammern und schreien vor jedem Stuhlgang(Cham, Ip, Sulf), denn der ist natürlich schmerzhaft. . Es sind Kinder die auch gemütsmässig ebenfalls schnell "versauert" wirken (Cham) und rasch die Lust am Spielen verlieren. Sie weisen Dinge zurück die sie eben noch wollten, weinen ständig über dies und das. Während der Zahnung (Cham) sind sie besonders schnell gereizt. Wärme und einhüllen bessert.
Aloe vera (Aloe)
Leitidee: wässriger Durchfall morgens (Sulf)
Morgendlicher spundig wäßriger Durchfall (Sulf), der "aus dem Bett treibt", der nicht selten von Schmerzen in der Nabelgegend begleitet (Colo, Ip, Plb, Gamb, Verr.a) wird. Die Bauchschmerzen verstärken sich nach Absetzen des Stuhls sogar noch. Viele säurehaltige Nahrungsmittel wie Obst aber auch bereits kleine Diätfehler, Aufregungen oder schon wärmeres Wetter lassen ein (plätscherndes) abwärts ziehendes Schwellungs- und Schweregefühl entstehen, als ob der Durchfall nur noch eine Frage der Zeit sei. Fisteln, Hämorrhiden, Schmerzen im Analbereich v. a. D.aber ein (Gefühl des) Kontrollverlustes über den Schliessmuskel sind typisch für Aloe. Es kommt in der Tat zu unwillkürlichem Stuhlabgang. Die Ausscheidungen von Aloe sind heiss und wundschmerzend. Kühle frische Luft bessert. vor allen Dingen einen begleitenden Stirnkopfschmerz.(Sulf, Ars, Phos, Merc)
Argentum nitricum (Silbertnitrat)
Die Kinder sind hektisch, quirlig, nervös gespannt und neigen zu impulsiven Aktionen körperlich z.B. durch heftiges Aufstoßen direkt nach dem Trinken oder quasi als "Gegenteil" zu plötzlichen explosiven Darmentladungen.
Sie leiden sehr unter Erwartungsspannungen, besonders wenn eine Zeit oder ein Zeitkorridor festgesetzt ist. Sie machen sich bereits früh "einen Kopf", wie sie pünktlich & "gut"- ankommen. Klappt das nicht so recht, dann werden sie ziemlich ruhelos. Andererseits benötigen sie Frei-Raum. Tunnelfahrten, Aufzüge und U Bahnfahrten sind nicht beliebt. Am meisten Angst haben sie davor, allein in eine "Falle zu laufen". Sie halten weder Enge noch Alleinsein aus, sondern wollen ins Freie und in Gesellschaft sein. Als ob auch ein "Nahrungsmolekül schnell wieder ins Freie muss", laufen Flüssigkeiten laut gurgelnd durch den Organismus direkt hindurch, und entleeren sich spundartig (Bry, Podo, Dulc, Sec.c). Durchfall manifestiert sich direkt nach dem Trinken.
Sie verlangen nach Salz und Zucker (Lyc, Sacch, Calc) vertragen ihn aber schlecht und bekommen Durchfälle davon. Gelegentlich besteht bei den Kindern ein Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxösopahagitis). Im Gegensatz zu Chamomilla bessert das Aufstoßen.
Argentum Kinder wollen sehen und gesehen werden. Sie lieben die Show, die Darbietung und den Glitzer. Dazu müssen sie gut sehen können. Leider überanstrengen sie leicht ihre Augen. Vielleicht hat das Kind auch nach der Geburt Silbernitrattropfen wegen einer Augenreizung bekommen.
Gelsemium (gelber Jasmin)
Neben Opium ist Gelsemium das Medikament, welches Angst vor und während des Durchfalls entwickelt. Das gilt nicht nur für den psychischen Bereich mit Erwartungspannung und Angst vor Prüfungen (Aeth, Arg.nitr, Carz, Ph.ac, Phos, Thuja, Med) begleitet vom dem Gefühl des Versagens ("es geht alles in die Hose"), sondern auch für den physischen Durchfall. Aufregende Nachrichten, ein bevorstehendes Ereignis oder andere Gemütsbewegungen "schlagen auf den Magen und den Darm durch" (Coff, Cham, Arg.n, Op, Verr.a). Hitze, warmes Baden etc. verschlechtert die Situation. Die Kinder sind durstlos, muskelschwach, wirken nicht selten benommen, reaktionslos und zittern bei Erteilung von Schulaufaben etc. Ruhe und (flaches) Liegen im Bett bessert, auch nach Absonderungen wie Urinieren oder Schwitzen fühlt sich der Patient besser.
Acidum Phosphoricum (Phosphorsäure)
Die potenzierte Phosphorsäure weist ähnliche Symptome wie Gelsmium auf: Zittern, Müdigkeit, Reaktionsmangel, Durstlosigkeit bei Hitze, Durchfall infolge Erwartungsspannung. Das Leitsymptom dieses Medikamentees ist aber eine Gleichgültigkeit auf der Gefühlsebene ("alles egal"), z.B. nach Kummer und zerbrochener Freundschaft. Auf diese Weise erklärt sich der apathische Zustand mit Mangel an Reaktion. Die Patienten wirken schnell erschöpft und müde, Erwartungsspannung verschärft die Symptomatik. Allerdings neigen sie bei geistiger Anstrengung zu Kopfschmerzen (Schulkopfschmerzen). Im Gegensatz zu Gelsemium geht es ihnen an frischer Luft schlechter, sie mögen eher Wärme. Bereits ein kurzer Erholungsschlaf lädt den Energiespeicher schnell wieder auf.
Colocynthis (Koloquinte)
Leitdee: Wut im Bauch (vgl. Staph,Nux.v,Cham,Nat.chl,Aur,Bry,Ign,Ph.ac,Acon,Op.)
Wut, Aufregung, Kränkung, Demütigung und heftiger Zorn führen zu Bauchschmerz um den Nabel und nachfolgender Verdauungsstörung (Mag.p), Durchfall. Typischerweise krampfen sich die Kinder zusammen, sie vertragen schlecht aufrechtes Sitzen, sondern halten sich lieber den Bauch oder stützen sich auf eine harte Kante wie Meister Böck in Max und Moritz, übrigens Kälte, kalte Luft verschlechtert und Wärme, ein warmes Bett , warme Anwendungen bessern eindeutig.(Ars.a, Hep.s, Nux.v, Rhus.t, Dulc, Kali.c, Caust, Sil, Phos, Sulf, Agar, Verr., Staph, Sep ...)
Podophyllum (Maiapfel)
Für Podophyllum ist der spundige gewaltsame herausgedrückte Stuhl (Bry, Arg.n, Dulc, Sec.c) ebenso typisch wie das lange verharren (mit gluckern und Darmplätschern) bevor der Darm "ausbricht". Die Stuhlentleerung geht nach einer langen Ruhephase (die zur Verstopfungstendenz führt) nicht einfach "nur" mit einer heftigen Darmentleerung einher, sondern nicht selten auch mit dem Vorfall der Darmschleinhaut (Prolaps) (Dulc, Aloe, Nux.v, Calc). Das eigentlich hervorstechende an Podophyllum ist also weniger die Verstopfung als die heftigen Stuhlentleerungen. Der schmerzlose Durchfall schwächt und kann bis zur Ohnmacht führen. Deshalb vermeiden die Kinder Anstrengung. Saure Speisen bessern, weil sie "kontrahieren". Neben Zahnung ist besonders während der warmen Sommerzeit ein Durchfall nicht selten, ebenso wie bei:
Bryonia (Zaunrübe)
Eher morgendlicher Durchfall (Aloe, Podo, Sulf) nach Obst, bei warmen Wetter oder nach Bewegung (dafür abendliche Verstopfung); Bryonia Kinder wollen ihre Ruhe, jede Bewegung verusacht Schmerzen. Bereits das Einatmen ist ihnen lästig und verusacht Schmerzen. Jeder Husten verursacht Kopfschmerzen und folgerichtig ist der Enddarm untätig, stattdessen bessern ein (passiver) harter Druck auf der schmerzhaften Seite (Meister Böck Effekt). Im Stuhl sind unverdaute Nahrungsbestandteile und/oder der Kot ist eingetrocknet und verursacht Verstopfung. So entstehen Durchfall und Verstopfung im Wechsel (Op, Podo, Nux.v, Ant.c., Phos, Puls, Sulf). Die Kinder haben in der Regel starken Durst.auf kaltes Wasser.
Croton tiglium (Krotonsamenöl)
Der Durchfall beginnt aus heiterem Himmel (~ Sommer oder bei warmem Wetter) mit plötzlichen spritzenden, schwallartigen wässigen Stühlen (Podo, Gamb, Bry, Jatr, Sec.c, Apis, Nat.m, Nat.c, Nat.s) unmittelbar nach dem Essen (Podo).
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat)
Aufstoßen, saures oder galliges Erbrechen sofort nach dem Essen (Graph, Ferr Arsm Sulf) und die Tendenz, den Stuhl unverdaut ausszuscheiden sind Kennzeichen des Medikaments. Das Salz wird nicht selten eingesetzt zu Beginn von plötzlichen hohen fieberhaften Zuständen, bei überraschend gutem Allgemeinzustand trotz des hohen Fiebers. Die Kinder sind blass, erröten aber schnell (Fieberflecken) und tendieren zu nächtlichen plötzlichen Ohrenschmerzen (Puls, Cham). Sie haben in Verbindung mit den Ohrenschmerzen.aber Durst. Begleitend kommt es nicht selten zu unverdauten oder blutigen Stühlen (Phos).
Nux vomica (Brechnuss)
Leitidee: vergeblicher Stuhldrang
Erwachsene die Brechnuss benötigen gelten als "workaholics". Es kommt insbesondere nach Völlerei, durchzechten Abenden, Arbeitsessen etc. zu Magenverstimmungen mit morgendlichem Alkoholkater, Sodbrennen oder Bauchschmerzen. Natürlich bereitet ihnen auch die Arbeit Kopfschmerzen .Die Störungen werden also häufig durch Diätfehler (Puls, Ip), hervorgerufen, aber auch durch Stimulantien - oder Abführmittelmissbrauch.
Bereits bei Kindern findet man die ehrgeizigen durchsetzungsfähigen "Anführer"; Persönlichkeiten mit Durchsetzungsvermögen, bei denen gelegentlich der "Bauch eine Grenze setzt" und rebelliert.
Im Enddarmbereich neigen sie zu dauerndem Stuhldrang ohne Stuhl absetzen zu können. Und wenn doch, dann verschafft es ihnen die grosse Anstrengung nur kurzzeitig etwas Erleichterung - aber immerhin. Nie sind sie fertig; genau wie später in ihrer ehrgeizigen Arbeit: Ständig gibt es noch etwas zu tun, zu regeln zu bestimmen. Das Medikament gilt als gut bewährte Indikation für "Macher" mit Blähungen (in jeder Hinsicht), bei Übelkeit mit Sodbrennen sowie Stuhlgangproblemen zwischen Verstopfung und Durchfall. Die Patienten suchen Wärme, Ruhe und frische Luft zum Durchatmen, obwohl sie Kälte meiden und gern den Kopf einhüllen.
Opium (Mohnsaft)
Leitidee: verschlafen und verstopft aber gelegentlich das Gegenteil
Das typische Säuglings und Kindersymptom von Opium ist eine atonische Verstopfung. Der Darm ist - wie nach Opiatnarkosen - apathisch träge (~ postoperative Darmatonie). Opium lähmt die Bewegung des Magens und des Darms. Die Kinder wirken schläfrig, eigentümlich abgestumpft, schläfrig gleichgültig (Sulf) mit engen Pupillen und sind ziemlich unempfindlich gegenüber Schmerzen. Wie bei allen anderen Medikamenten kann sich vielleicht am meisten bei Opium ausgeprägt aber auch das Gegenteil zeigen: Wagemutige, aktive Kinder mit Verdauungsstörung im Sinne von schleimigem Durchfall, heftigen krampfartigen Koliken beim Versuch den Stuhl abzusetzen (~ Säuglingsdyspepsie mit Tenesemen). Opium ist ein Gift, es erzeugt Lähmung aller automatischen Tätigkeiten: wie träge röchelnde Atmung, träger Blutkreislauf mit Blausucht und trägem Verhalten, Mundtrockenheit und schwächer werdendem Puls.Bei Opium verschlechtern Gemütsbewegungen: Ein Schreck, ein Tadel, Tod von geliebten Personen führt in der Regel zu einer Betäubung (daher auch die Schmerzunempfindlichkeit) und dem Gefühl der apathischen Distanz bis hin zur Ohnmacht (Acon, Gels, Ign, Phos, Verat, Lach, Nux.v, Gels) zu viel Angst und Furcht (jeder um ihn herum sei ein Möder) bis hin zur Feigheit. Aber Vorsicht!.
Rhus toxicodendron (Giftsumach)
Die Patienten vertragen keine nasse Kälte, sondern verlangen nach Wärme. Sie sind nach Durchnässung schnell ruhelos, wälzen sich im Bett hin und her, bekommen Fieber und schwitzen. Sie stehen früh auf, weil sie nicht mehr liegen können. "Alle Muskeln schmerzen" besonders zu Beginn der Bewegung und werden erst langsam warm. Der Durchfall verstärkt sich, sie schwitzen oder fiebern. Körperliche Anstrengungen werden verlangt und bessern, jeder Wetterwechsel verschlechtert. Das Arzneimittelbild des Giftsumach weist viele begleitenden Hautausschläge auf.
Carbo vegetabilis (Holzkohle)
Nach dem Essen beginnt die Gasentwicklung. Gärprozesse (Verrottung) im Magen führen zu explosivem Aufstoßen (vgl. Arg.n, Nux.v, Puls, Cupr, Mag.p, Bism, Nicc, Ign) , Sodbrennen und ranzig schlechtem Mundgeruch. Der Oberbauch ist dick, gebläht, rumort und scheint nur Gärungswinde zu produzieren wie in einem Modertümpel. Alles scheint zu stocken wie nach einem schwülen Tag: der Kreislauf, der Darm. Das Kind will, dass man ihm Luft zufächelt. Die Gasentwicklung behindert die Atmung. Diese Kombination entspricht nicht selten Darm-Vergiftungen, die ja auch mit medizinischer Kohle das Gift zu binden versuchen. Im potenzierter Form besonders bei Fischvergiftung zu empfehlen.
Sie vertragen keine gehaltvollen, fettigen Speisen wie Öl oder Butter. Diese Nahrungsbestandteile führen sofort zu Völlegefühl, Aufstossen und würgendem Husten ähnlich wie bei Pulsatilla.Das Aufstossen erleichtert (Mag.c, Arg.n). Wärme, Stillstand und stickige Räume werden schlecht vertragen, so dass die nicht selten blaugesichtigen Patienten (Cupr, Ip, Ant.t, Aur) Lufthunger entwickeln. Deshlab auch der dringende Wunsch angefächelt zu werden. Neben Lufthunger zeigen sich Reaktionsmangel, Schwäche und übermäßige Flatulenz.
Die Patienten erkälten sich leicht. Begleitend kann sich eine rauhe, gefleckte und schlecht heilende Haut zeigen. Zugrunde liegt eine Schwäche des venösen Blutkreislaufes.Auch das ähnelt Pulsatilla , allerdings haben Carbo Patienten ein deutliches Verlangen nach Salz und sauren Speisen (Nat.m, Verat, Phos, Arg.n).
Pulsatilla (Küchenschelle)
Erbrechen nach Eiscreme (Ars, Ip, Calc.p), nach übermäßigem Essen durch gehaltvolle, fettige Speisen, nach "Vollschlagen des Bauches". Pulsatilla kann nicht genug Trost und Zuwendung bekommen. Er "verleibt" sich quasi alles bis zum Überfluß ein. Auch Nux vomica hat das Erbrechen nach zuviel Essen, zuviel durcheinander. Aber im Gegensatz zu den ehrgeizigen Nux. v Kindern sind Pulsatilla Kinder milde anlehnungsbedürftig und tendieren zum Weinen. Ihre Stimmung wechselt allerdings sehr schnell.Es ist eine widersprüchliche Arznei (Ign, Nat.m, Sep, Staph,,Thuj, Tub) mit dauernd den Ort wechselnden Symptomen und einer ebenso grossen Launenhaftigkeit wie Ignatia,. Die Küchenschelle unterscheidet sich aber deutlich durch das Trostverlangen. Die Absonderungen von Pulsatilla ( von Tränen bis Schnupfen) sind nie scharf und wundmachend sondern immer mild, dickrahmig und eher gelb.
Magnesium carbonicum (Magnesiumkarbonat)
Verdauungsstörungen und Erbrechen nach Milch (Aeth, Calc.p, Sil, Valer, Calc, Cham, Ph.ac, Sanic, Carb.v, Tub). Schon während der stillphase kommt es in den ersten Lebenswochen zu saurem Erbrechen (Rheum), einer Verdauungsstörung mit grünlich saurem froschlaichartig- schaumigem Stuhl, so dass der Eindruck entsteht die verdrießlich bis gereizten ("sauren") Kinder leiden tatsächlich unter einer Milchunverträglichkeit (Tub). Erstaunlicherweise können viele von ihnen aber dennoch Milch verlangen, weil sie das offensichtlich beruhigt, andererseits aber jenen sauren Durchfall oder Erbrechen provoziert. Magnesiumkinder schlafen in der Regel unruhig, weil sie schlecht träumen. Es gelingt ihnen nur schwer nach dem Erwachen wieder einzuschlafen. All dieses Symptome sind auch im Arzneimittelbild von Calzium carbonicum, Sulfur, Natrium chloratum, Phosphor, Ars, Nux.v, Lycopodium und China vertreten. Bei Mag.c ist der Schlaf jedoch so unerquicklich, dass die Kinder morgens müder als am Abend sind. Dementsprehend mögen sie die Nacht nicht und sind lieber im Freien. Sie sind empfindlich gegen Kälte , Wetterwechsel und geringe Berührungen. Lieber mögen Sie Bewegung und Herumtollen. Kohl wird schlecht vertragen
Teucrium marum (Katzengamander)
Schmerzhaftes Aufstoßen von Brustkindern ohne Besserung durch Stillen, begleitet von erheblich nach faulen Eiern stinkendem schmerzhaften Flatus. Die Kinder sind empfindlich, nervös, schlafen schlecht und knibbeln oder zupfen häufig an der Nase (Cina, Arum.t, Sulf). Häufig ist es der juckende Po, der sie am Schlafen hindert, nicht selten besteht dabei auch ein Wurmleiden (Sabad, Merc, Sil).
Silicea (Kieselsäure)
Ein bekanntes Symptom von Silicea ist der Durchfall nach Muttermilch (Ant.c, Ph.ac, Calc.p). Wie alle Silikate lehnt das Kind die dargebotene Milch ab oder reagiert mit Durchfall. Es ist also eine Arznei speziell gegen das Erbrechen junger Säuglinge (Aeth, Cupr, Ip,Sanic, Calc.p, Valer, Ars, Phos, Ph.ac). Man hat den Eindruck, die Kinder weigern sich etwas anzunehmen. Auch später noch können sie sich ziemlich bockig (Neinsager, "das schaffe ich nicht"....) anstellen Umgekehrt sagen Silicea Kinder aber häufig auch "Ja wenn sie nein" meinen, weil sie einfach Auseinandersetzungen scheuen.
Sie wirken in der Tat schüchtern, "dünnhäutig", reserviert (~eingehüllt), gelegentlich auch spröde und widerspenstig, dennoch möchten sie gern dazugehören, quasi Rückgrat (~ Rückenschmerz) zeigen und sind deshalb um ein höfliches aber distanziertes Renomee bemüht. Es sind empfindliche Kinder: empfindlich gegen Geräusche, empfindlich im Bezug auf die Meinung anderer, sie sind empfindlich gegen Wind und Luftzug und schüchtern beim Auftreten in der Öffentlichkeit u.v.a..
Die Arznei neigt zu Fistelbildungen (Calc) oder zur Beseitgung von Tränengangstrikturen oder anderer "enger Durchlasskanäle", als ob es sich auf eigenwillige Art immer einen eigenen Ausgang verschaffe. Die Haut der Kinder ist ebenso wie sie selbst, ihr Haar oder die Knochenstruktur: eher dünn, spröde oder zierlich und neigt zu Eiterungen. Nicht selten gibt es solche Eiterungen an der Nagel-Haut Grenze ( ~Umlauf). Sie schwitzen am Kopf und - f ür das Kindesalter ungewöhnlich - an den Füssen, genauer an den Fussohlen (da, wo der Körper in Kontakt mit der Erde steht).
Manchmal gab es im Vorfeld der Beschwerden ein "Eindringen" z. B. durch Impfungen oder bereits (drohend) auf sie gerichtetet Spritzen, was sie ebensowenig vertragen sie wie Kälte am Kopf. Fleisch und kalte Speisen mögen sie in der Regel nicht, aber sie verlangen nach Unverdaulichem, sie essen gerne Sand.
Silicea hat ein (Glas?) - Splittergefühl sowohl im Rektum wie auch im Hals (Arg.n, Nit.ac, Alum).
Sulfur (Schwefelblüte)