Husten
Vorbemerkung
Husten ist ähnlich wie Schnupfen, Fieber, Durchfall oder ein kurzfristig auftretender Hautausschlag ein natürlicher prinzipiell gesunder Mechanismus des Körpers, um sich von den „Schlacken“ die notwendigerweise bei jeder Einatmung in die Atemwege gelangen zu befreien.
Niesen und Husten sind Fähigkeiten des Organismus, die der Selbstreinigung dienen. Sie entfalten Säuberungsfunktionen und sind daher nicht grundsätzlich der Ausdruck einer Krankheit. In der Regel bedarf der Husten daher - vorausgesetzt er ist nicht quälend und belastet den kleinen Patienten nicht - keiner medikamentösen Behandlung. Wer sich nicht krank fühlt und das auch zum Ausdruck bringt indem er normal isst und trinkt sowie fröhlich aktiv und unternehmungslustig agiert, benötigt keine Medikamente.
Die meisten der sogenannten Hustenmittel fördern die Schleimlösung. Der Einsatz von schleimlösenden Hustensäften macht folglich insbesondere bei trockenem Husten keinen Sinn. Selbst bei schleimigem oder „brodelnden“ Husten kann die Schleimlösung ohne Nebenwirkungen in der Regel viel besser mit Hilfe von reinen (warmen) Wasserinhalationen erreicht werden. Das ist zwar zeitaufwendiger und lästiger - aber auf Dauer gesünder.
Hustenreize,welche durch trockene Umgebungen provoziert werden (Heizperiode im Winter) müssen vor homöopathischer medikamentöser Behandlung zweckmäßigerweise zunächst mit einer Erhöhung der Umgebungsfeuchtigkeit behandelt werden.
Besteht der Verdacht, allergisch zu reagieren, muss - neben der Diagnostik - in erster Linie ebenfalls zunächst die Umgebung „saniert“ werden (Haustiere, Parkett statt Teppich, ...) . Natürlich müssen bei länger bestehendem Husten andere Grunderkrankungen (Polypen, Mandelvergrößerungen, verschluckte Gegenstände u.v.a.) zunächst ärztlich abgeklärt werden.
Nach chinesischer Vorstellung ist chronischer Husten (nach Ausschluß aller möglichen oben erläuterten Ursachen) nicht selten bedingt durch das unvollständige Überwinden von akuten Krankheiten. Es bleibt im Körper „Schleim“ zurück, der sich neben Husten als Lymphknotenvergrößerung „ablagert“, als Verdauungsstörung (die chinesische Medizin spricht wie bei einer Sanduhr von „enger Mitte“) und zunehmender Anfälligkeit für Infekte immer störender in den Alltag eingreift. Die Kinder machen den Eindruck, als ob sie sich nie vollständig erholen. Eltern sind besorgt über Blässe, Appetitlosigkeit und verminderte Vitalität (Lustlosigkeit). Durchgeführte Laboruntersuchungen zeigen weder einen verschleppten Infekt noch einen Immunmangel. Trotzdem geht es dem Patienten nicht gut, er fühlt sich einfach nicht richtig wohl. Folgt man der uralten chinesischen Erfahrung, so ist es wichtig diesen Schleim zu „erweichen“ und so zu beseitigen. Das bedeutet anfangs sogar verstärkter Husten - eben "Abhusten" bei allerdings zunehmender Erholung und nachfolgender besserer Vitalität.
Bleiben diagnostische Untersuchungen ohne Anhalt für eine innere Erkrankung, dann sind erste allgemeine Massnahmen vor medikamentöser homöopathischer Behandlung
- Inhalation,
- optimale Umgebung (Luftanfeuchtung, Rauchverbot)
- Anregung zur Flüssigkeitsaufnahme.
Ergänzend helfen bei unproblematischem Husten
- die Gabe von planzlichen Mitteln wie Efeuextrakte und
- morgens und abends ein halber Löffel Fenchelhonig (Rücksprache b. Säuglingen)
Für den nächtlichen Husten ist eine Kräutermischung (max.4 Kräutern) je nach Hauptbeschwerde hilfreich
|
Nasser feuchter Husten |
Kruppöser Husten |
Schmerzhafter Husten |
„schabender“ Husten |
|
|---|---|---|---|---|
|
Thymian |
+ |
+++ |
|
|
|
Huflattich |
+ |
|
+++ |
+ |
|
Sonnentau |
++ |
+ |
|
|
|
Lobelie |
|
|
+ |
|
|
Andorn |
+ |
+ |
++ |
+++ |
|
Ginger |
+ (wärmt) |
+ |
|
|
|
Pfefferminze |
|
|
+ (kühlt) |
|
|
Königskerze |
+++ |
+ |
++ |
+ |
|
Ehrenpreis |
+++ |
|
|
|
|
Fenchel |
|
+ (wärmt) |
|
|
|
Eibisch |
|
|
+ |
+ |
|
Süßholz |
|
|
+ |
++ |
z .b.
- Tussilago (Huflattich): bei schmerzhaftem trocken hartem Husten, wirkt etwas austrockend und befreit die Brust durch abhusten.
- Marrubium vulgaris (Andorn): wenn der Husten rauh, trocken hart klingt wie z.B. Keuchhusten oder Krupp, befreit die Bronchien.
- Sambuccus (Holunder): der Husten beginnt deutlich schleimig und stickig zu werden
- Thymus vulgaris (Thymian): reduziert die krampfartige Komponente bei spastischem (kruppartigem) Husten, stärkt die Lungen, löst den Schleim,
- Foeniculum (Fenchel) bei innerer Kälte, wenn Kältegefühl oder frieren den husten begleitet
- Mentha piperata (Pfefferminze) bei Fieberhitze, wenn es im Rachen brennt, und Kühlung, kalte Getränke verlangt werden
- Glycyrrhiza (Süßholz): als "harmonisierende" Verbindung, reduziert Infekte
Weitere pflanzliche Mittel sind:
- Leptandra (Virginia Ehrenpreis) bewegt den Schleim im Darm und führt zu allgemeiner Entschleimung, so daß nach chinesischer Vorstellung die Lunge entlastet wird , nur bei Hitzesymptomen.
- Inula Helenium (Alant): Bewegt den Schleim, führt zu Abhusten und reduziert die Schleimbildung.
- Sambuccus (Holunder): bei plötzlicher Verschleimung
- Lobelia (Lobelienkraut): bei hartem Husten besonders bei Kindern, die unter Stress (bei Hitze!) Lungenprobleme, Husten oder asthmatische Zustände erleiden.
- Hyssopus (Yssop): beruhigt bei schleimigem Husten.
- Veronica officinalis (Ehrenpreis) „stärkt“ die Brust und lindert Hustenreiz bei Patienten, die zu chronischen Luftwegsinfekten neigen.
- Verbascum (Königskerze) bewegt den dicken Schleim und fördert der Abhusten.
- Zingiber (Ginger) wärmt bei Kälte und löst krampfartigen schelimigen Husten.
- Althea officinalis (Eibisch)
- Drosera (Sonnentau) nahezu lungenspezifisch, löst den Schleim, beseitigt Druck auf der Brust.
- Grindelia (Grindelienkraut) entkrampft den Husten und löst den Schleim.
- Echinacea: allgemeines Stärkungsmittel bei Anfälligkeit für Infektionen, besonders wenn von Eiter und Schleim begleitet. Echiacea „reinigt“ das Blut und wirkt als pflanzliches Antibiotikum.
Chronischer Husten erfordert nach einer Ursachenklärung durch eine schulmedizinische Untersuchung neben Ursachenbeseitigung und Herdsanierung kann homöopathisch in der Regel nur durch die Ermittlung und Verabreichung des Konstitutionsmittels unterstützt werden.
Der akute quälende Husten sollte (nach Ausschluß einer Grunderkrankung) nach Inhalation, Herdsanierung und pflanzlichen Hustenmitteln dann homöopathisch behandelt werden, wenn das Kind mit den vorgeschlagenen Massnahmen den Husten nicht überwinden kann.
Treten
- Befindlichkeitsstörungen,
- gestörter Schlaf, Fieber mit Abgeschlagenheit,
- Eßstörungen,
- Vitalitätsverminderung (sinkender Elan),
- Müdigkeit etc.
auf, muss vor konstitutioneller Behandung zunächst eine weitere schulmedizinische Untersuchung erfolgen
Homöopathische Behandlung
Repertorisieren Sie zunächst mit REMIDIAS - Free oder REMIDIAS- FAMILY und vergleichen anschliessend die vorgeschlagenen Arzneien in absteigender Reihenfolge ( von ++ - > 0 ) mit den unten näher erläuterten Arzneien.
Das erleichtert Ihnen eine sichere Vorauswahl.
Die Art des Hustens (trocken, brüllend, schleimig, u.s.w. ..) ist in der Regel nur schwer für Eltern (und Ärzte!) präzise zu beschreiben, häufig ist es eine Mischform je nach Tageszeit und Umständen. Wählen sie bei Unsicherheit also: Husten im Allgemeinen.
Achten Sie daher- um dem Medikament näher zu kommen - besonders auf Begleitumstände des Hustens sowie Verlangen und Abneigungen, also verschlechternde Modalitäten oder verbessernde Modalitäten sowie auf Geist- Gemütszustände, also wie sich Ihr Kind in dieser Situation (anders als sonst) verhält. Will es trinken, weill es sich entblössen, an die frische luft, sucht es die Wärme oder mag ihr Kind in Ruhe gelassen werden,will es untypischerweise nur auf den Arm, ist ihr Kind viel viel weinerlicher als sonst oder will es eigentlich im Augenblick nur sein Bett. Vielleicht kennen sie diese Art von Zorn gar nicht , oder ist es ungewöhnlich apathisch.... u.s.w.
Gehen Sie die Liste der vorgeschlagenen REMIDIAS Symptome einfach sorgfältig durch.
Jedes Symptom von REMIDIAS wurde einzeln neu erstellt und sorgfältig mit einer Vielzahl bestehender homöopathischer Repertorien auf Zuverlässigkeit und Quellenlage gegengeprüft.
Sind Sie sich nicht sicher, repertorisieren Sie mit REMIDIAS mehrere Kategorien ( z.B. Halsentzündung, Fieber) und vergleichen die jeweils ermittelten gemeinsamen Mittelvorschläge. Mit REMIDIAS ist das ja kein Problem und schnell erledigt.
Vergeichen Sie anschliessend die REMIDIAS Ergebnisse mit untenstehender Mittelbeschreibung (Materia Medica Vergleich).
Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich für den besten Materia medica Abgleich.
Wer es noch genauer wissen möchte kann die Ergebnisse auch mit dem Hustenkapitel Kapitel 4 im vertiefenden Repertorium und der ausführlichen Materia Medica von REMIDIAS Pro abgleichen.
Hier gehts zu
Bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb von 12-24 Stunden schildern Sie Ihrem Homöopathen / Kinderarzt(in) Ihre Beobachtungen.
Hauptsymtomtabelle quälender (nächtlicher) Husten
| Pulsatilla | Bryonia | Ipecaquana | Hepar sulfuris | Dulcamara | |
| e | Überheizte Binnenräume | Kälte b. heissem Wetter Wetterveränderung |
Feuchte Wärme |
Zugluft entblößen | Wetterwechsel feuchte Kaltluft |
| c | Stickige Hitze | Trockenheit Sommer | Feucht warmer Wind | Trockener kalter Wind | Feuchte Kälte- Nässe |
| c | Abends Hinlegen | in die Wärme kommen | Wärme | Kälte | Nachts Liegen |
| c | Bettwärme | Geringste Bewegung | Zimmerwärme | Entblößen | Im warmen Zimmer |
| c | Durcheinander essen | nach Essen & Trinken |
überessen | Luftzug | Zugluft |
| c | "kalte Füsse" | Erhitzte Räume | Feuchtigkeit | Unterkühlung bei Hitze | |
| c | Frischluft | Kühle Frische | Frost | Wärme aller Art | Frische Luft |
| c | Kalte Speisen | Kalte Getränke | Kühle Getränke | Warme Getränke | Kalte Getränke |
| c | aufsetzen | Trockene Kälte | Feuchte Inhalationen | Trockene Wärme | |
| c | Bewegung | Ruhe | Ruhe | Bettwärme Einhüllen | Bewegung |
| d | Husten weckt Kind | schmerzhafter Hustenreiz Würgen Brechreiz | Würgen, Husten Erbrechen ohne Besserung | Anfallsweise Husten im Bett Räusperzwang | |
| b | Durstlos bei Fieber, trinkt aber wenn fröstlig | Extrem durstig aber Schluckschmerz daher in großen Zügen selten | Frostigkeit | ||
| b | Ist immer warm | Trockene Lippen, | Viel Hitze und geringe Frosttendenz | Fieber, Schweiß und Zugluft empfindlich | |
| d | Wechselt oft Lage, deckt auf | Wechselt nie die Lage | Wimmern im Schlaf | Eigentlich entbößen aber verträgt keine Zugluft | |
| b | Spontaner Halsschmerz auch ohne Schlucken | Trockener Hals | Schmerzlose Heiserkaeit | Splitterschmerz im Hals strahlt ins Ohr | Kitzelgefühl im Hals |
| d | Gelblich - grüner nicht wundmachender Schnupfen | Nasenbluten nach dem Aufstehen | Klumpiges Nasenblut | Eiterungstendenz mit aufspringender Haut | Schniefen bei Säuglingen |
| b | Husten im Freien und tagsüber besser | Husten bei Bewegung | Unaufhörlicher heftiger Husten | Weinen vor Husten | |
| b | Hustet die ganze Nacht; Husten ist immer anders meist schleimig- feucht | Schmerzhafte Hustenstöße als würde der Kopf platzen | Ständiges Husten, Heiserkeit, Würgereiz | Husten beim geringsten Luftzug Stimme schwach heiser Bellend trockener Husten | Verschleimt keuchend hustet lange um Schleim zu lösen |
| d | Ohrenschmerzen | Verstopfungstendenz | Stirnschweiss | Säuerlicher Schweiß | Durchfall Blasenreizung bei nasskaltem Wetter |
| d | Sehr weinerlich Launenhaftigkeit | Leicht brummig | Weiss nicht was er will Launenhaftigkeit | Reizbar, heftig, feurig Geschwürige Apthen | Emotional unausgeglichen |
| d | Kann immer kuscheln | Will seine Ruhe | Seufzen, Gebärden, Finger im Mund | Erstickungsgefühl | |
| Sulf, Brom, Cina, Iod, Dros | Rumx, Nux.v, Kali.c | Gels, Carb.v, Ant.t, Nat.s, Tub | Sil, Ars.a | Rhus.t, Phos, Puls, Ars.a |
|
Bewegung: Verlangen/Verbesserung (Modalität) im Liegen: Abneigung/Verschlechterung (Modalität) kalt, kalt, kalt: sehr hohe Bedeutung |
Akute Hustenarzneien
Aconitum (Sturmhut)
Anfangsstadium eines hochfieberhaften, unruhigen und von Ängstlichkeit begleitenden Infektes mit trockenem, heftig lauten und schmerzhaften Husten (Krupphusten). Das Kind greift sich deshalb manchmal an den Kehlkopf. Typischerweise will es nicht ins Bett, entwickelt im plötzlichen Fiebereine heiße trockene Haut und hat einen großen Durst auf Kaltes. Wegen der Hitzenwicklung hat das Kind die Neigung sich zu entblößen.
Der Name "Sturmhut " ist Programm: plötzlicher stürmischer schreck(lich) kalter Windeinfluss erwischt den Patienten "eiskalt" und löst eine ebenso stürmische Kreislaufreaktion mit plötzlichem hohen Fieber aus. Aconitum ist ein Anfangsmittel (auch bezüglich der Lebensphase "Geburt"). Bis das Fieber schweissig wird hat die Arznei einen grossen Stellenwert bei akuten plötzlichen Infektionen. In vielen Fällen wird es dann abgelöst durch
Belladonna (Tollkirsche)
Akute Entzündung mit hohem Fieber und ebenso heftigem trocken bellendem Husten begleitet von pulsierenden Kopfschmerzen sowie Entzündungsschmerzen im Hals-Nasen Ohrenbereich. Das Schlucken ist schmerzhaft, der Hals und die Zunge sind rot und trocken. Die Kinder sind ausgesprochen licht scheu, wie überhaupt empfindlich gegen jede Art von Erschütterung. Das Gesicht wird bei jedem Hustenanfall hochrot. Heisses Gesicht bei Kälte der Extremitäten oder Teilen davon.(Hände, Füße). Am liebsten sind sie im abgedunkelten Zimmer, ziehen die Decke bis zum Hals, nur der Kopf muss frei bleiben. Der nächtliche rauhe Husten tritt anfallsweise auf und ist ausgesprochen heftig. Auffällig ist ein Weinen vor dem Husten (Hep.s, Bry, Hyos). Die Kinder tendieren besonders während fieberhafter schweißtreibenden Infekte zu Einschlafzuckungen bis hin zum zum Nachtschreck (Hyos, Sulf, Bor, Zink). Will man sie beruhigend auf den Arm nehmen, erkennen sie zunächst die Umgebung nicht, wehren sich mit großer Kraft, beißen und reagieren mit vehementer Abwehr. Eigentlich haben die Kinder Durst, trinken aber wegen des schmerzhaften roten Halses eher wenig.
Bryonia (Zaunrübe)
Die Leitzeichen von Bryonia sind Trockenheit (trockene rissige Lippen, trockener Mund, trockene Zunge und trockene Schleimhäute, Verstopfung) sowie absolutes Ruhebedürfnis. Bereits Essen und Trinken führt zu Bewegung und kann trockenen schmerzhaften Husten und nachfolgendes Erbrechen auslösen. Der harte Husten verstärkt den drückenden Kopfschmerz und bei jedem Hustenstoß hat der Patient das Gefühl, er platze gleich (Nux.v, Acon, Bell, Glon). Sogar jede Lageveränderung bringt Unruhe und damit Verschlechterung. Selbst die Atembewegung löst einen stechenden Brustschmerz aus. Am liebsten liegt der Patient folglich auf der schmerzhaften Stelle, hält sich die Brust (bei der unvermeidlichen Atembewegung) und will seine Ruhe. Die Trockenheit zieht großen Durst auf Kaltes nach sich, das Kind will viel auf einmal trinken, was wiederum Husten auslöst (weil Schlucken ja bereits Bewegung bedeutet). Es trinkt also viel, in großen Zügen und mit eher großen Abständen. Warme Zimmer verschlechtern ebenso wie Wetterwechsel zum Warmen hin (Tub, Sulf, Lyc, Puls), denn Wärme bringt wiederum den Körper in Unruhe ,aber auch kalter trockener Wind ist lästig. Lieber mag er mässige Frischluft unter einer luftigen "höhligen" Decke. Wie in einer Strandburg ist er da er relativ geschützt. Bryonia Kinder sind leicht brummig und ärgerlich wenn man sie in ihrer eigenen Umgebung stört. Ihr Bedürfnis nach abgesicherter Struktur zeigt sich nicht selten auch in einem gewissen Materialismus. Da können sie dann ziemlich hartnäckig sein.
Drosera (Sonnentau)
Trocken-heiserer Husten, der anfallsweise, nicht selten nach dem Hinlegen, tyischerweise jedoch nach Mitternacht nachts gegen 1 Uhr (Ars) auftritt. Dieser Husten erinnert an Keuchhusten, weil bereits die geringste Berührung des Federkissens (aber auch trinken) einen heftigen Kitzel- Krampfhusten auslöst (Cupr, Ip, Sang, Bell, Bry) der schließlich - wie eben beim Keuchhusten - zu Erbrechen führt. Begleitend findet sich eine Heiserkeit infolge des trockenen Halses. Auch Nasenbluten kann auftreten. Wie bei Bryonia, Arnica und Phosphor halten sich die Patienten beim Husten vor Schmerz die Brust. Wie bei Brom verschlechtert sich der Husten in staubiger Luft (trockene Binnenluft, Fußssbodenheizung). Hitze verschlechtert, Druck und Herumgehen bessert. Es sind Kinder, die reizbar-ängstlich und wenig gelassen auf Kleinigkeiten reagieren.
Rumex (Krauser Ampfer)
Die empfindliche Schleimhaut reagiert beim Lachen, Sprechen und besonders beim Einatmen von kalterLuft (im gut gekühlten Schlafzimmer) mit Hustenanfällen. Der Kehlkopf und die Luftröhre fühlen sich wund und roh an. Die Kinder bedecken ihren Mund mit den Händen vor kalter Luft. Begleitend findet sich ein klebiger Schleim und ein Pfropfengefühl im Kehlkopf, und als Besonderheit nicht selten ein Schmerz zwischen den Schulterblättern. Durch die Kälte kommt es zu einem Hautjuckreiz. Es ist nachvollziehbar, dass Zudecken bessert. Entblössen oder Aufenthalt im (kalten) Freien ist für die Kinder sehr unangenehm und löst Hustenreiz aus (Hep.s, Rhus.t, Ars.a, Nux.v, Sil , Squill). Das Lutschen von Süßem bessert.
Causticum (Ätzstoff Hahnemanns)
Das Causticum Bild ist geprägt von schleichender Schwäche, das Kind ist erschöpft, weil es ständig durch Husten aus dem Schlaf geweckt wird (Sulf ...). Es kann trotz zunehmender Verschleimung (wegen seiner Schwäche) nur schwer abhusten. Der Husten ist roh (Wundheitsgefühl im Hals), quälend und heiser; die Patienten klagen über stechende Brustschmerzen. Das Kind verliert über Tag langsam die Stimme, als würde alles "lähmiger" oder der Widerstand käme zum Stillstand (Carb.v, Ant.t). Weitere Lähmungserscheinungen zeigen sich gelegentlich durch Einnässen im ersten Schlaf oder mit einer morgentlichen Stimmbandlähmung (Heiserkeit). Manchmal ist auch nur ein Arm eingeschlafen, der nur „mühsam aufwacht“ (kribbeln) oder der Hals scheint verrenkt (Schiefhals durch nächtliches Verlegen). Trinken von kaltem Wasser "löscht" den "inneren Brand". Das Kind fühlt sich seltsamerweise wohler in nebliger, feucht - trüber Luft. Kaltes trockenes und klares Winterwetter fördert bei diesen Kindern die Entwicklung von Husten, Erkältungen oder bei zunehmender Schwäche gar von Bronchitiden. Die tieferen Ursachen für eine Causticum Entwicklung liegen nicht selten in einem lange unterdrückten Hautausschlag (weggesalbte Hautausschläge) oder auch einer länger zurückliegender Verbrennung der Haut(Carb.v, Ars, Calc, Sulf, Chin, Tub). Erkrankungen von denen sich die kleinen Patienten nie richtig erholt haben (Carbos, Säuren, Nosoden). Laugenverletzungen haben eine besonders schlechte Heilungstendenz und brechen immer wieder auf (aufbrechende Narben, Carb.an, Nat.m, Phos, Sil, Bor, Schlangen), überhaupt wirken "Fehltritte" bei Causticum lange nach. Eine langfristige innere Reaktion ist eine Tendenz zu blutenden Warzen (Warzen an der Nasenspitze). Causticum Kinder sind eher klein und schmächtig (Lyc, Sil, Mag.c, Calc.P. Phos, Tub), gelten als Idealisten und ertragen keine Ungerechtigkeiten. Sie weinen leicht (Puls) und "solidarisieren" sich mit anderen weinenden Kindern.
Bromium (Brom)
Die Arznei wird eingesetzt beim sog. Krupphusten insbesondere wenn er sich in der Patientengeschichte häufiger wiederholt. Bei Brom wird der Husten ebenso wie bei Puls, Bry,Coc.c Phos und Iod durch Erhitzung (Sommer, Toben, warme trockene Zimmer) ausgelöst (Sommerhusten) und insbesondere aber durch Staub und Rauch (Sul.ac, Bry, Iod, Carb.v, Caust, Dros, Puls, Spong) verstärkt. Es ist jener z.Tl erstickende oder asthmatische Husten der auftritt, wenn man von der feuchten Seeluft auf das trockene Land fährt (gemähte Stoppelfelder). Tiefes Einatmen (Rumx) verstärkt den Husten. Manchmal kommt ein Erstickungsgefühl beim Schlucken, als ob man durch einen Schwamm (Spong) einatmet. Typ: warm, blond, lachend, fröhlich, er geht an Land hustet und schwitzt. So wie Erhitzung, warme Zimmer oder Bettwärme verschlechtert (Puls, Sulf, Iod, Ip, Lyc, Dros, Carb.v, Sabin, Sec.c, Merc, Bry, Spong, Calc.s,.) besteht das Verlangen nach Frische und kühl- feuchter (See) Luft. Tropische Schwüle ist für Brom kaum auszuhalten. Wie bei allen Meerarzneien besteht ein Bezug zu Lymphknoten.
Spongia (Meeresschwamm)
Bei Meeresarzneien sind immer auch die Drüsen beteiligt (akute Halslymphknotenschwellung). Spongia Patienten sind eher Dauerhuster(stellen sie sich vor sie atmen durch einen trockenen Schwamm). Sie husten trocken, tags und nachts, tendieren zu ängstlichem Schlaf und schrecken häufiger mit Herzklopfen hoch. Spongia ist ein Hals- und Kehlkopfmittel mit rauhem oder brennenden Gefühl im Kehlkopf besonders nach dem Husten (Acon, Phos, Brom, Ars.a, Hep.s, Calc.s), mit der Empfindung als ob der Kehlkopf und die Brust sich zusammgengezogen hätten (Lob, Lach, Bry). Daher auch große Berührungsempfindlichkeit am Hals (Lach). Ein starker heiserer Husten (Krupphusten) tritt in der Regel vor Mitternacht auf. Auffällig ist eine Besserung des Hustens durch Essen. Auch Trinken lindert den Husten deutlich.
Phosphor (gelber Phosphor)
Nach Durchnässung, Schwitzen oder Flüssigkeitsverlust tritt erst heftiger und dann rasch zunehmend erschöpfender Husten mit brennenden Schmerzen im Hals und Speisröhre auf. Das begleitende Fieber geht oftmals mit starkem Hunger und Durst einher. Die feingliedrigen hochgewachsenen Kinder sind leicht beeindruckbar, phantasievoll, kreativ und meistens leicht zu begeistern. Sie öffnen sich für viele Einflüsse, manchmal so stark dass sie "an zwei Enden brennen ", so dass durch ihre Aktivität die Energie schnell verschwindet.Diese Sensibilität und "Durchlässigkeit" macht sie empfindlich für viele äusserer Einflüsse wie Gerüche, Berührung, Licht und eben auch windigem und kaltem Wetter. Aus voller Gesundheit entwickeln sich dann in kurzer Zeit jene heftigen Atemwegsinfekte, Fieber und nicht selten eine instabile Kreislaufschwäche gelegentlich sogar mit Schwindel. Während dieser sich dahinschleppenden Atemwegsinfekten versuchen sie den Husten lange zu unterdrücken, weil er sehr schmerzhaft, brennend ist (Caust, Bry, Ars, Nat.m ...)
Das Phosphor Element ist offen empfindlich, feinfühlig (besonders vor Gewittern) und sehr mitfühlend (Caust, Carz, ). sie lieben obwohl natürlich sehr kitzelig den Kontakt, die Massage und die Geselligkeit. Die Kinder verlangen in der Regel nach viel Gesellschaft. Dennoch kann bei erschöpfenden Infekten (wenig Schutz) auch das Gegenteil auftreten und in starke Gleichgültigkeit umschlagen. Abends und nachts verschlechtern sich Husten oder andere Beschwerden nach dem Schlaf ist alles besser. Sie verlangen häufig nach kalten Speisen oder Getränken (Vorsicht: Erbrechen nach wenigen Minuten) nach Salz und Süssem sowie gewürzten Speisen. Sie mögen weniger (saures) Obst.
Cuprum (metallisches Kupfer)
Cuprum ist in gewisser Weise das Gegenteil von Phosphor: Cuprum kinder sind verkrampft, "zusammengezogen" besonders bei jungen Kindern nach schwerer Geburt. Es ist eine „Verteidigungs- und Abwehrsarznei": Cuprum Kinder reagieren bereits empfindlich auf die Verabreichung von Medikamenten (Nux.v, Puls, Sulf, Cham, Coff, Chin, Lyc, Sil). Sie reagieren mit Apathie oder häufiger mit nervöser Unruhe (Zink), Zittern, Zucken, Muskelkrämpfen, Schlaflosigkeit trotz geistiger Erschöpfung, oder auch mit Gehirnsymptomen wie schrillem Schreien oder gar Hirnkrämpfen insbesondere nach häufiger Anwendung von unterdrückenden Hautsalben ( "wegsalben von Hautreizungen"). Im Grunde verschlechtert jede Form von Unterdrückung. Die Kinder wirken rast- und ruhelos, unentspannt und verkrampft. Sie neigen zu Wutanfällen.(Cham, Tub, Hyos,Stram, Bell, Sulf, Tarent) wie auch zu ununterbrochenen oder periodisch auftretenden krampfartigen Hustenanfällen bisweilen sogar begleitet von Schlundkrämpfen und einem "angestrengten" blauroten Gesicht. Cuprum ist eine wichtige Keuchhustenarznei. Bei der Verkrampfung von inneren Atemmuskeln spricht man von spastischer Bronchitis oder von asthmatoider Bronchitis. Die Patienten fühlen sich durch den Husten und die heftige Anstrengung matt und gelähmt. Trinken von kaltem Wasser hilft den Krampfhusten zu lindern. Die Kinder gelten als nachgiebig, aber irgendwo besteht ein innerer Druck der sie unwillkürlich in Aggression oder Entlastung durch Weinen ausbrechen lässt. Sogar bei Krampfanfällen ist Weinen beschrieben worden. Cuprum ist eine beissende, bissige Arznei (Nachschattengewäche, Tarent, Canth, Calc, Cham, Ars, Arum.t, Verrat, Caust, Phos, Bufo ). Sie kann boshaft, diktatorisch und destruktiv sein, meist jedoch nicht dauerhaft sondern im Wechsel mit milden, nachgiebigen Phasen . Bei aller Raserei, Tobsucht und Streitsucht sind sie auch reumütig und sentimental (Polaritäti). Die Patienten haben viele Ängste und Vorstellungen in denen es um Verfolgung, Polizei und Ordnung geht und sie am liebsten flüchten würden. Vor allem aber fürchten sie sich aber davor ihre Pflicht nicht zu erfüllen. Aufgeben kommt für sie aber nicht in Frage. Durchhalten ist angezeigt. Das führt aber nicht selten zu Beschwerden durch geistige Anstrengung und Schlaflosigkeit trotz Erschöpfung. Die Augen sind im Schlaf halb geöffnet (Bell, Lyc, Op, Agar).
Sticta (Lungenmoos)
Das Lungenmoos ist wie der Name schon andeutet eine nahezu spezifische Arznei bei Erkrankungen der Atemwege. Nach plötzlicher Temperaturveränderung (Dulc, Bry, Phos) empfindet der Patient nachfolgend ein diffuses Gefühl als ob ein grippaler Infekt bevorstehe: Das Unwohlsein (getrübte Sinne) ist allerdings seltsamerweise nicht selten begleitet von einem merkwürdigen Leichtigkeitsgefühl (Lac.c, Gels). Ein Druck an der Nasenwurzel (Nux.v, Teucr, Kali.bi), dumpfe Kopfschmerzen (Nebenhöhlenentzündungen) leiten über zu trockenen Racheninfekten mit Schluckstörungen sowie weiter absteigend zu Bronchialkatarrhen mit kurzen aber immer wieder auftretenden Hustenattacken bis lange nach überstandenen Infekten (Dros), so dass der Eindruck entsteht, der Husten dauere ewig. In der akuten Phase schaukelt sich der Husten tagsüber hoch, in der Nacht weckt er das Kind (Sulf, Caust, Puls, Hyos, Phos,Silc, Coc.c, Bell, Calc,Samb). Zähe, krustenbildende Nasenabsonderungen (erfolgloses ständiges Schneuzen) zeigen eine innere Trockenheit bei seltsamerweise geringem Durst. Ständig muss eingetrocknetes Nasensekret entfernt werden. Licht und Geräusche verschlechtern, sanftes Hin und her wiegen des kleinen Patienten beruhigt ihn.
Chamomilla (Kamille)
"Kamille Kinder" sind extrem schmerzempfindlich (Acon, Coff, Arn, Ars, Aur, Bell, Nux.v) und deshalb leicht reizbar. Insbesondere in Zeiten wie Zahnung (eine Wange blass, die andere rot) oder auch bei Blähungen und anderen Missempfindungen sind sie schnell verdriesslich und geraten in Zorn um anschliessend zu husten (Staph, Colo, Arn, Ant.t, Caps, Arg.m, Bell). Auch Aufstossen löst bereits Ärger aus. Da langt es bereits etwas zu kaltes in den Mund genommen zu haben (Bry, Coff) oder Luftzug zu verspüren um das Kitzeln im Hals zu einem Hustenreiz anzufachern. Es geht ihnen besser, wenn sie getragen und versorgt werden. Warmwerden im Bett bessert den Husten, warme Getränke das Halsweh (Ars, Hep.s, Lyc, Alum, Sulf).
Nux vomica (Brechnuss)
Nux vomica Patienten tendieren zu heftigen Körperreaktionen besonders des Magen Darmtraktes mit Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen und Erbrechen. Im Bereich der Atemwege reagieren sie "schnell verschnupft" besonders bei Abkühlung und Einatmen von kalter Luft (Rumx, Phos, Ars, Sil, Caust, Hep.s). Über Nacht entwickeln Säuglinge bereits eine verstopfte Nase (Lyc) und husten besonders nachts, nach dem Erwachen in den frühen Morgenstunden (Rumx, Caust, Sil, Phos, Coc.c, Bry, Lyc, Lach, Samb). Der Husten ist hart und schmerzhaft, roh und quälend, so dass sich die Patienten vor Schmerz die Brust oder den Kopf halten. Jeder Hustenstoß verursacht Kopfschmerzen (Bry, Bell). Warme Getränke beruhigten den Husten (Lyc, Sil, Ars, Bry, Rhus.t, Spong) während Husten sich nach dem Essen wegen der gereizten Schleimhaut verschlechtert (Bry, Ant.t, Lach, Ip, Rumx, Cupr). Brechnusspatienten sind reizbar, schnell wütend und erfolgsorientiert und bei alledem doch sehr empfindlich. Etliche können z.B. kein Blut sehen. Gewürze, Fleisch und andere magenreizende Genußmittel (Kaffee) werden schlecht vertragen.
Corallium rubrum (Edelkoralle)
Erschöpfender krampfartiger Husten begleitet von fadenziehendem Schleim aus der Nase. Es ist weniger ein Kitzelhusten, sondern eher der Schleim, den die Patienten rausräuspern wollen. Sie sagen: „ich kriegs nicht raus“ und steigern sich in den Husten hinein (Sticta). Es sind eher jammrige, wehleidige Kinder, sie schimpfen vor Schmerzen, manchmal empfinden sie Schmerz hinter dem Auge. Das Gesicht verfärbt sich wie bei Keuchhusten bei dem anfallsartigen Husten (Nux.v, Dros, Ip, Cupr Coc.c), es besteht Neigung zu Nasenbluten. Der Husten wird nicht durch kalte Luft ausgelöst, aber es gibt eine Empfindung wie ein eiskaltes Gefühl(!) der Atemwege weshalb sie sich weigern tief einzuatmen. Die Kinder liegen unter der Bettdecke, einerseits wegen des Kältegefühls, andererseits wegen ihrer Grantligkeit (Hep.s). Wie bei anderen Hustenmitteln findet sich nicht selten eine Reprise an der Haut wie Schuppenflechte und flache Geschwüre (vgl. Korallenfarbe). Daher auch die Indikation bei Schuppenflechte (= Psoriasis). Während des Schnupfens verlangen die Kinder nach Salz und sauren Speisen.(Nat.m, Phos, Verrat, Carb.v, Sulf, Calc, Calc.s)
Antimonium tartaricum (Brechweinstein)
Apathisch, elend aussehende schläfrige, schlaffe Kinder mit massiver Verschleimung und Würgereiz (Ip,aber da saubere Zunge). Das Kind hustet nicht ab, weil es zu schwach ist (Caust, Stann), bisweilen sieht die Haut bläulich aus. Dick weiß belegte Zunge. Durchfallneigung. Nasenbluten in der Schwangerschaft. Gab es vielleicht bereits bei der Geburt Probleme mit der Atmung?
Dosierung: C30 bei mäßiger Ausgangslage, sonst bei geschwächtem Zustand: C200. Arztkonsultation !!
Stannum (Zinn)
Schwäche, Sprechen oder Singen erzeugt Husten (Spong, Phos). Die Atemwege sind verlegt mit zähem Sekret , dass schwer auszuhusten ist (Caust, Ant.t, Kali.bi). Trotzdem ist der Husten auch hart, heiser, heftig und trocken wie bei Belladonna, Nux vomica, Causticum und Spongia aber eben nur nachts, während er tagsüber lockerer ist. Das Abhusten ist wegen des zähen Schleim immer noch schwierig gelingt aber tagsüber ein wenig besser. Zinn Patienten sind geschwächt, die geringste Anstrengung erzeugt Atemnot, in der Brust verspürt der Patient ein Leeregefühl nach Husten und Anstrengung. Die Schwäche wird durch Liegen gebessert
Ipecacuana (Brechwurzel)
Abendlich-nächtlicher Husten und beständiges Würgen ist die Reaktion auf den feucht-rasselnden Schleim auf der Brust. Das Kind hustet krampfartig, die Atmung ist deutlich erschwert und stockt beim Husten, es röchelt und stöhnt, kurzum es ist ein erstickender rasselnder Husten mit blaurotem Gesicht wie bei Cuprum (und mit Abstand bei Carbo vegetabilis, Antimon tartaricum, Arsen, Bryonia, Drosera, Sambuccus, Nux. vomica oder Opium). Besonders abends ihm ist übel, es produziert Speichel und schließlich würgt es statt des Bronchialschleims seinen Mageninhalt hinaus. Natürlich ist das Kind ängstlich im Fieber. Trotzdem scheint es unter innerer Anspannung zu stehen, denn seufzen, Gebärden, Launenhaftigkeit und Wimmern im Schlaf wie auch das dauernde unsichere Finger in den Mund stecken sind Ausdruck eines versteckten Grundübels.Es scheint nicht zu wissen, was es will, und findet möglicherweise etwas zum Kotzen. Ähnlich wie Antimon tartaricum aber nicht so schläfrig, hat Ip weniger allgemeine blaue Hautverfärbungen, obwohl das Gesicht zyanotisch ist. Feuchte Wärme , Bettwärme oder Warmwerden verschlechtert, kalte Getränke bessern. Essen, fetthaltige Speisen verschlechtern, Dem Patienten geht es im Freien besser. Ipecaquana Kinder sind im allgemeinen übergewichtig. Cuprum Kinder tendieren zu nervösen Störungen und Krämpfen, Ipecacuana Kinder neigen zu Ohnmachten.
Kalium bichromicum (Kaliumbichromat)
Zäher kaugummiartiger Schleim in der Nase oder im Rachen. Ein Schmerz an der Nasenwurzel ist begleitet von Stirnkopfschmerzen. Verstopfte Nasennebenhöhlen. Heftiger Husten am Morgen beim Erwachen (Nux.v, Rumx, Sil, Caust). Der Husten verschlechtert sich durch Entkleiden, bessert sich nachts im warmen Bett.
Kalium carbonicum (Kaliumcarbonat)
Kalium Kinder sind schreckhaft, empfindlich z.B. bei Zugluft, kalter Luft und sehr kitzelig besonders an den Fußsohlen (~ da wo sie drauf stehen) (Phos). Es besteht bei den Kindern eine Neigung zu Erkältungen, Lungenentzündungen und Asthma im Kindesalter. Die begleitenden Schmerzen wandern, stechen und treten nicht selten bei unbeabsichtigten Bewegungen (Lagewechsel im Bett, Rückenschmerz nach Verheben) auf. Ein nächtlicher Brustschmerz tritt insbesondere nach Einwirkung von kalter Luft bevorzugt gegen 3-5 Uhr auf. Kalium Patienten reagieren geradezu allergisch gegenüber Veränderungen der Umgebung (Umzug, Kindergarten, ungewöhnliche Ereignisse). So treten z. B. Kali-Kopfschmerzen oder Ohrenschmerzen bevorzugt im Zusammenhang mit chaotischem (~ windigem) Wetter auf. Kali bekäme nie Kopfschmerzen bei klarem Wetter. Das passt zum Kalium Typ: In der Regel sind es fleißige, ja "ackernde" Kinder, sie erfüllen gewissenhaft ihre Aufgaben und Pflichten und wirken zufrieden, solange die Arbeit vorangeht und nach bewährter Manier funktioniert. Improvisation oder Suchen nach kreativen Lösungen sind nicht ihre Stärke. Sie wirken dadurch gelegentlich unelastisch, steif (auch körperlich) oder gar dogmatisch, so als ob sie nicht "ohne Fahrplan" zurechtfänden und ihnen jede Änderung im Tagesablauf die "Füsse wegziehen" könnte (~ da reagieren sie sehr empfindlich!). Die Kinder entwicklen Angst vor Fehlern und das Selbstvertrauen schwindet. Am liebsten haben sie es, wenn alles beim Alten belassen wird. Abneigungen gegen Veränderungen haben auch Kohlenstoffverbindungen wie Calzium carbonicum, Graphites, aber auch Bryonia, Aconitum,Cuprum oder Pulsatilla. DIe Kinder mögen zwar im Freien sein, aber nicht in der Zugluft ( ~ wegwehen?? vgl. Bry, Acon, Puls, Kalisalze, Ars, Phos, Carbos). Besser geht es im warmen Bett , bei warmer Luft und durch Warmwerden. Die Kinder haben nicht selten Einschlafzuckungen (Ars, Agar, Zink, Sel, Alum, Stront, Bell, Ign) aber auch Zuckungen im Schlaf (Zink, Cupr, Ars, Sel, Alum, Stront, Sulf).
Hyoscyamus (Bilsenkraut)
Das Bilsenkraut ist ein Nachtschattengewächs wie Belladonna oder der Stechapfel (Stramonium) . Die Pflanzengruppe zeichnet sich homöopathisch durch ein intensives psychisches Bild aus. So ist Bilsenkraut eine wichtige Arznei beim Nachtschreck der Kinderinsbesondere bei Geschwisterrivalitäten (z. B Geschwistergeburt). Kinder die dieses Medikament benötigen sind sehr eifersüchtig auf Geschwisterkinder(Lach, Veratr), sie können aggressiv und laut fluchend (Anac, Veratr, Lyc,Nux.v, Tarent, Sulf) auf sie losgehen (bissig werden), aber auch mit einer gewissen Hinterlistigkeit versteckte Attacken fahren um dann zu zu flüchten, abzustreiten oder ... Alles dient dazu "seinen Platz nicht zu verlieren". Diese streitsüchtige Destruktivität erinnert an Stramonium, Veratrum, Tarentula, Tuberculinum, Cuprum und Nux vomica. Sie können wie alle Nachtschattengewächse umgekehrt auch sehr ausgelassen singen und albern sein, Streiche spielen, etc. Gelegentlich wirken die Kinder etwas abwesend, delirant fremd und "wie verhext". Die Bilsenkraut Geschichte startet häufig mit einem Schreck, Misserfolg oder enttäuschter Liebe. Muskelzucken, "Tics" , viele Gebärden, Nesteln und ein anhaltendes nervöses Hüsteln mit zunehmender Erschöpfung zeigt einen deutlichen inneren Spannnungszustand (Cupr). Sie haben viele Ängste, insbesondere davor alleingelassen (Stram, Kalibr., Med) oder verkauft zu werden, vor Tieren, Gespenstern oder vor Wasser (Solanaceae, Phos, Cupr, Lyss). Bei Hyoscyamus ist häufig eine laszive sexuelle Komponente im Spiel (Plat, Orig, Veratr, Solanaceae), sie lieben sexualisierte Witze.
Hyoscyamus hustet noch lange nach überstandenen Infekten. Der Husten ist heftig und weckt das Kind aus seinem eh schon problematischen Schlaf (Nachtschattengewäche). Wenn es sich aufsetzt (Sang, Sep, Puls, Phos, Rhus.t, Bry, Ars.a, Coc.c, Iod) lässt der Husten nach. Es hat eine Abneigung gegen Wasser, klagt über Halsschmerz mit Schluckbeschwerden(!). Der Husten verstärkt sich Nachts ,steigert sich bereits beim Hinlegen und im Liegen (passiv sein): Kalte Luft (Rumx, Bry, Caust, Hep.s, Acon) gehört zu den klimatischen Auslösern. Dennoch liebt es das Kind nackt zu sein.Wie bei allen Solanceaen hat das Bilsenkraut Durst ,aber eine Abneigung gegen Getränke.
Silicea (Kieselsäure)
Siiceal Kinder sind empfindlich wie Prinzessinnen auf der Erbse, empfindich für Geräusche, empfindlich gegen Kälte und Zugluft (besonders am Kopf) und sensibel. Sie wirken schüchtern, spröde und verletzlich, sind aber durchaus eigensinnig, anspruchsvoll und dickköpfig im Durchsetzen ihrer Ziele (Rückgrat). Oftmals sagen sie "Ja", was nicht bedeutet, dass sie es auch tun. Sie Halten den Gegenüber damit aber auf Abstand und vermeiden Diskussionen und gewinnen Zeit. Neben aller Eigensinnigkeit - die bereits beim Stillen beginnt - besitzen sie nämlich auch ein Verlangen nach Anerkennung und Renomee.
Analog ihrer "Dünnhäutigkeit" besitzen sie eine eine empfindliche, dünne Haut, die zu Eiterungen neigt, rissig wird oder immer wieder Nagelprobleme verursacht. Sie frieren schnell und decken sich natürlich gern zu. Bettwärme und Einhüllen bessert, hingegen vertragen sie schlecht Impfungen, lange unterdrückende Salbenbehandlungen , wie überhaupt Einmischungen in ihre inneren Angelegenheiten unerwünscht sind und Körpersymptome verursachen. Nächtliches Entbössen ( der Hände oder Füsse) reicht bereits um eine Erkältung deutlich zu verschlechtern, der heftige Husten itritt also überwiegend nachts im liegen oder morgens beim Erwachen auf. Anfänglich mag er Kitzend sein, später geht er in Würgen (Ip) sowie herausbringen von klumpigem Sputum über (Hep.s). Der Husten ist so heftig, dass die Kinder davon erwachen. Er bessert sich durch warme Getränke und Einhüllen. Morgens finden sich dicke trockene Borken in der Nase nach Nasebohren. Die Tendenz zur Erkältlichkeit mit Kitzelhusten, einem Splittergefühl im Hals und die Empfindlichkeit gegen Zugluft oder Überanstrengung führt zu eher chronischen Atemwegsbeschwerden wie Heuschnupfen im August oder die Tendenz zu asthmatischen Erkrankungen. Silieae Kinder leidern auffällig häufig unter geruchsintensiven Schweißfüssen.
Sulfur (sublimierter Schwefel)
Sulfur Kinder sind in der Regel vital, aktiv und neugierig. Sie sind durstig und wissensdurstig. Alles müssen sie anfassen, untersuchen. Sie sind gelegentlich so sehr mit sich und ihren Theorien beschäftigt, als wollten sie ständig "das Rad neu erfinden". Dazu sammeln sie alles, legen wenig Wert auf Äusserlichkeiten (sie finden ihre Kleider schön wie sie sind), waschen (Baden) sich ungern und sehen immer etwas verlumpt aus. Ihr Zimmer ist vollgestopft mit Utensilien aller Art und natürlich ständig unaufgeräumt, was sie aber nicht weiter stört, denn sie haben ja immer etwas zu tun. Ebenso unempfindlich wie für ihre Äusserlichkeiten sind sie für ihre eigenen starken und teilweise stinkenden Ausdünstungen (Stuhl, Schweiß, Atem, Niesen). Interessanterweise sind sie aber äußerst empfänglich für die Gerüche anderer.
Ihnen ist wenn sie in Fülle sind wie die meisten Kinder immer warm, sie vertragen weder Hitze noch Wolle. Die Bettecke/ Bettwärme ist für sie daher unerträglich. Die Haut beginnt zu jucken, ein trockener Husten stellt sich erst vor dem Schlafen ein (tagsüber ist er gar nicht so schlimm) und hält in Intervallen bis frühmorgens an. Erst im Freien oder bei mäßig trockener Wärme (Mediterreanes Klima) wird er besser. Der trockene Husten nachts ist so stark (erschütternd), dass er das Kind weckt (Puls, Lach, Sil , Stict, Hyos, Nux.v, Phos, Agar). NIcht selten wird er beschrieben als ob er wie durch Staub sei. Verständlicherweise wird er dann von heftigem Niesen begleitet. Impfungen und längere unterdrückende Salbenbehandlungen sind vielleicht vorausgegangen. Sulfur ist ein deutliches polares Mittel. Neben dem Völle Typ, der aktiv und neugierig, brennend und hitzig ( wie vor einem Vulkanausbruch) daherkommt, gibt es einen seltenen Sulfur Typen der genau das Gegenteil repräsentiert: Leer, blass, frierend und inaktiv. Er muss sich quasi erst selbst wieder aufladen, sich sammeln bevor es von neuem "losgeht". Süss- Saure Speisen werden verlangt, Brot und Eier abgelehnt
Sulfur ist eines von vielen wunderbaren Konstituionsarzneien. Gleichzeitig ist es ein Reaktionmittel, weil es stockende Heilungsprozesse wieder in Gang setzt. Es sollte akut - wie alle anderen Medikamente - nicht in einer höhern Potenz als C12 ohne Rücksprache mit dem homöopathischen Therapeuten eingesetzt werden.