Schnupfen
Vorbemerkungen
Im Rahmen einer Erkältung findet man bei Kindern häufig eine Kombination von Schnupfen, Husten mit Rachenreizung (-> Angina) mit oder ohne begleitendes Fieber. Die Kinder klagen in der Regel jedoch selten über eine Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens. Daher spiegeln dieses Symptome für sich genommen kein Kranksein im ganzheitlichen Sinn, da die Patienten beobachtbar demonstrieren, dass sie sich keineswegs krank fühlen sondern aktiv und fit und folglich nicht (unter einer Schnupfenkrankheit) leiden.
Im Gegenteil: Die „Befindlichkeitsstabilität“ des Kindes - erkennbar an unbeeinträchtigter Vitalität sowie ungestörtem Eßverhalten und erholsamem Schlaf - beweisen eine (zumindest momentan) stabile Abwehrkraft.
Schnupfen, Niesen, Husten oder Fieber sind also für sich genommen in vielen Fällen kein Ausdruck eines Krankseins, sondern dienen im Gegenteil nur der Reinigung des inneren Organismus.
Deshalb sollte nicht versucht werden mit (unnötig vielen) Medikamenten eine schnelle Abhilfe zu schaffen, da der Körper demonstriert, dass er (jedenfalls zur Zeit) allein mit diesen Widrigkeiten fertig. Wasserinhalationen, Kochsalzlösung für die Nase, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gesunde Ernährung unterstützen den kindlichen Organismus. So wird er in der Regel mit diesen Widrigkeiten von allein fertig.
Eine alte internistische Weisheit lautet : Ein Schnupfen dauert mit Behandlung eine Woche und ohne 7 Tage !
Erst wenn Erschöpfung, Spielunlust, deutlich verminderter Appetit , Schmerzunruhe oder eine Stimmungsveränderung anzeigt, dass die Erkältung dem Kind zu schaffen macht, macht es (homöopathisch) Sinn dem Kind stärker unter die Arme zu greifen.
Jetzt liegt nämlich eine Schwächung der Abwehrkraft (Homöopathen würden sagen „Lebenskraft“) vor.
Erfahrungsgemäß stören Husten und Schnupfen die Kinder nachts mehr als tagsüber. In der Tat läßt sich mit einer verstopften Nase schlecht schlafen.
Homöopathische Behandlung
Die homöopathische Grundsatzfrage lautet stets: Was ist das zu Behandelnde? Was empfindet der Patient (!) für sich persönlich am schlimmsten? Worunter leidet er /sie in erster Linie?
Auch wenn dieses Frage für Eltern und Arzt nicht immer leicht zu beantworten ist sollte sie doch im Zentrum der Überlegungen stehen. Es ist daher wichtig sich klarzumachen, ob eine
- verstopfte Nase oder
- ein Husten, evtl. auch Hitze und
- Fieber oder
- Halsschmerzen
die Kinder z. B.am Schlafen oder am Trinken hindern und damit ein Heilungshindernis darstellen.
Folglich repertorisiere
- Hauptproblem des Patienten: verstopfte Nase -> Schnupfen
- Hauptproblem des Patienten: Husten -> Husten
- Hauptproblem des Patienten: Fieberleiden -> Fieber
- Hauptproblem des Patienten :Halsschmerzen -> Angina / Halsschmerzen
Repertorisieren Sie zunächst mit REMIDIAS - Free oder REMIDIAS- FAMILY und vergleichen anschliessend die vorgeschlagenen Arzneien in absteigender Reihenfolge ( von ++ - > 0 ) mit den unten näher erläuterten Arzneien.
Das erleichtert Ihnen eine sichere Vorauswahl.
Die Art des Schnupfens (Laufnase, verstopfte Nase) ist nicht immer einfach zu beantworten, weil der Zustand nicht nur im Tagesablauf wechselt , sondern auch nebeneinander bestehen kann. Wählen sie bei Unsicherheit in der Hauptbeschwerden also: Schnupfen ohne weitere Angaben.
Achten Sie bei der Ermittlung der Arznei besonders auf Begleitumstände des Schnupfens sowie Verlangen und Abneigungen, also verschlechternde Modalitäten oder verbessernde Modalitäten sowie auf Geist- Gemütszustände, also wie sich Ihr Kind in dieser Situation (anders als sonst) verhält. Will es trinken, weill es sich entblössen, an die frische luft, sucht es die Wärme oder mag ihr Kind in Ruhe gelassen werden,will es untypischerweise nur auf den Arm, ist ihr Kind viel viel weinerlicher als sonst oder will es eigentlich im Augenblick nur sein Bett. Vielleicht kennen sie diese Art von Zorn gar nicht, oder ist es ungewöhnlich apathisch.... u.s.w.
Gehen Sie die Liste der vorgeschlagenen REMIDIAS Symptome einfach sorgfältig durch.
Jedes Symptom von REMIDIAS wurde einzeln neu erstellt und sorgfältig mit einer Vielzahl bestehender homöopathischer Repertorien auf Zuverlässigkeit und Quellenlage gegengeprüft.
Sind Sie sich nicht sicher, repertorisieren Sie mit REMIDIAS mehrere Kategorien (z.B. Halsentzündung, Fieber), notieren sich die Arzneimittelvorschläge und gleichen sie die gemeinsamen Mittelvorschläge miteinander ab. Mit REMIDIAS ist das ja kein Problem und schnell erledigt.
Vergeichen Sie anschliessend in einem letzten Schritt Ihre Mittelauswahl mit der untenstehenden Mittelbeschreibung (Materia Medica Vergleich).
Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich für den besten Materia medica Abgleich.
Wer es noch genauer wissen möchte kann die Ergebnisse auch mit dem Schnupfenkapitel Kapitel 5 im vertiefenden Repertorium und der ausführlichen Materia Medica von REMIDIAS Pro abgleichen.
Bessern sich die Beschwerden nicht schildern Sie Ihrem Homöopathen / Kinderarzt(in) Ihre Beobachtungen.
Vergessen sie nicht, dass auch seelische Belastungen wie Kummer, Schreck oder Überbelastung zu einer „Verschnupfung“ führen können.

Im Folgenden sind 5 Hauptschnupfenmittel dargestellt, welche den Schlaf behindern
Hauptsymptomtabelle akuter Stockschnupfen vor allen Dingen nachts
| Nux. vomica | Sambuccus | Amm.carb | Lycopodium | Pulsatilla | |
| c | Empfindl.gegen Kälte (Füße!)Zugluft u Gerüche | Empfindl. gegen Frosteinwirkung | Empfindl. gegen Sinneseindrücke | Empfindlich gegen unvorhergesehene Situationen | Empfindlich gegen Wärme, emotionale Abwendung |
| d | Reizbar - zornig z.Tl zittriger Jähzorn, Schwindel Unzufrieden | Ängstl. Erwachen mit Atemnot Stöhnen im Schlaf | Erscheint nur robust, chaotisch, ungehorsam Reaktionsmangel | Gieriges Trinken Körperlich schwach Schniefen b. Säuglingen | Zaghaft will Trost, Nähe und Zuspruch Alles verändert sich schnell |
| a | Nase zu +++ v.a.D. bei Säuglingen Schniefen bei Neugeborenen | Nase zu ++ v.a.D. bei Säuglingen Schniefen bei Neugeborenen | Nase zu +++ | Nase zu +++ v.a.D. bei Säuglingen Schniefen bei Neugeborenen | Nase zu + Schniefen bei Neugeborenen |
| b | Nase verstopft gegen frühen morgen (5 uhr) | Nase nach 24 Uhr völlig mit zähem Sekret verstopft Luftschnappen | Kratzender Husten wie durch Staub (trocken) | trockene borkige Nasenlöcher gelegt. Nasenflügeln | Rasselnde Atmung Schreien im Schlaf weckt nachts aus dem Schlaf |
| b | Husten morgens nach Erwachen i. Bett | Erwachen nachts wegen erstickender Atembehinderung | Erwachen wegen Luftnot | Husten b. Einschlafen verhindert Schlaf | Zäher Husten durch Schleim in der Brust selten auch trocken |
| b | Würgender Husten trocken - schmerzhaft. Krampfartig | Rasselnder tiefer Stickhusten, wie brodelnder Schleim | Husten tagsüber zweite Nachthälfte | Husten durch Kitzeln im Hals eher trockener Husten mitunter Schleim im Kehlkopf | Husten morgens abends macht Unzufrieden |
| b | Heiserkeit mit Durst | Heiserkeit | Heiserkeit ohne Durst | ||
| b | Niesen morgens im Bett +nach aufstehen | Niesen morgens im Bett beim Erwachen | Niesen eher abends in Bettwärme | ||
| b | Kaum Fließschnupfen tags gut eingepackt an frischer Luft besser | Zähe Nasenabsonderung | Tendenz zur Bronchitis | Grauer Fließschnupfen | Gelber milder Fließschupfen im Freien |
| c | Kälte verschlecht | Kälte Frost | Warmes Zimmer | Wärme | Stickige Wärme |
| c | Entblößen Haareschneiden | Will nicht liegen | Bücken | Morgenmuffel | Ruhe |
| c | Trockenheit | Ruhe | Abneigung Wasser | Nachmittags | Sucht frische Luft |
| c | Sucht Wärme Regenwetter | Wärme | Aufstehen bessert | Süßigkeitsfanatiker | Kalte Umschläge |
| c | Frischluft bessert | Will sich aufsetzen | Nach Mitternacht | Zuspruch /Trost bessert | |
| c | Aufstehen bessert | Aufsetzen bessert | |||
| c | Entblößen | ||||
| d | Magenschmerzen | Dominanzversuch | Weinerlichkeit | ||
| d | Verstopfungsneigung | Bauchkoliken | Blutige Nasenabsonderung | Schlechtes Nachtsehen |
|
Bewegung: Verlangen/Verbesserung (Modalität) im Liegen: Abneigung/Verschlechterung (Modalität) kalt, kalt, kalt: sehr hohe Bedeutung |
Akute Medikamente für eher Stockschnupfen
Camphora (Kampfer)
Erstes Stadium des Schnupfens, wenn die Nase verstopft ist und unter der Voraussetzung, dass sich die eingeatmete Luft sehr kalt anfühlt und das Kind erheblich friert Alles ist kalt, selbst die Nasenspitze. Gelegentlich ist der Schnupfen begleitet von hartnäckigem Nasenbluten. Paradoxerweise kann der Patient aber trotz der Eiseskälte die warme Bettdecken nicht ertragen. Obwohl kalte Luft verschlechtert, will der Patient Kaltes trinken. Campher ist im Kindesalter mit Vorsicht anzuwenden (Rücksprache mit dem homöopathischen Arzt!).
Lachesis muta (Gift der Buschmeisterschlange)
Lachesis Kinder schlafen sich in die Verschlechterung (Sambuccus). Am Abend noch ohne Hinweise auf eine Erkältung, verstopft bei ihnen über Nacht die Nase. Sie wachen morgens dann schlecht gelaunt auf (Lycopodium, Calcium phosphoricum, Magnesiumgrupe, Nux.vomica) oder sind bereits in der Nacht mehrfach durch Atemnot erwacht und am Morgen entsprechend unausgeschlafen (Samb, Puls, Mag.c). Der Schnupfen ist regelhaft begleitet von Halsschmerzen (Phosphor, Lac.caninum, Lycopodium, Apis, Nux vomica, Mercurius, Calc.p). Auslöser sind möglicherweise Insektenstiche (Stichwunden, Vergiftungen) oder ein schwülwarmes (bedrückendes) Wetter (Gelsemium). Die prinzipiell freundlichen, lebhaften und "geschwätzigen" Lachesis Patienten geraten immer mehr in die Krise, wenn sie ihren inneren Druck nicht loswerden können. Einen Schal, beengende Kleidung insbesondere am Hals oder auch heiße Getränke verstärken dies und können Erstickungsgefühle mit vehementen Zornattacken ("sich Luft machen") nach sich ziehen. Innere „Druckerhöhung“ wie Zorn, Demütigung, Schreck, Eifersucht (Hyoscyamus) oder Sticheleien können ebenfalls in den Lachesis Zustand führen. Bei Pubertierenden ist Lachesis nicht selten indiziert im Zusammenhang mit Unwohlsein und Völlegefühl vor der Menses. Jede Form von Absonderung bessert (Blutungen, Schweiß, Lauf der Nase).
Luffa operculata (Schwammgurke)
Leitidee: Stumpfheit morgendliche Gereiztheit und weisslicher Nasenkatarrh
Verstopfte Nase mit Niesen, Mundtrockenheit und begleitet von brennendem Augenschmerz (All.c, Bell, Ars, Nat.m, Euphr, Puls, Phos, Arum.t). Ebenfalls begleitend kann eine Muskelschwäche oder ein Muskelschmerz aufftreten (Gels,Dulc). Bei verstopfter Nase D6, bei laufender Nase D12.
Gelsemium sempervirens (wilder Jasmin)
Ein Schreck, Lampenfieber oder deprimierende Nachrichten können psychisch einen Gelsemiumzustand nach sich ziehen. Feuchtes-warmes (schwüles), langsam heraufziehendes Fönwetter sind entsprechende physikalische Auslöser. Frühjahr und Sommer (Heuschnupfen) sind die schlechtesten Jahreszeiten. Die Nase ist verstopft, die Stimme ist heiser, in Nase und Lufthöhle beisst und brennt es. Alles scheint verlangsamt, träge und wie gelähmt. Die Glieder sind schwer, schwach, das Kind lässt alles fallen (Stuhl, Lider, Urin, Spielsachen), drückende Hinterkopfschmerzen (zusammen mit häufigem Harnlassen) strahlen von der Halswirbelsäule aus wie zuviele Nackenschläge. Das Fieber kommt langsam und geht langsam, der Körper zittert. Frost kriecht von Füßen und Händen nach oben. Die Stagnation des Blutes zeigt sich in einer dunkelroten Verfärbung des Gesichtes und der Nasenflügelkanten. Die Lider hängen. Heisses Baden wird natürlich abgelehnt, denn Wärme bringt den Kreislauf nicht wieder auf Schwung. Etwas Vitalität bringt nur frische Luft. Das Kind ist trotz Fieber durstlos (Puls, Apis).
Graphites (Reissblei)
Graphit will einfach seine Ruhe (Bryonia). Wie Gelsemium hat auch der Reissblei-Patient Beschwerden infolge Erwartungsspannung. Weil er Angst hat Fehler zu machen, tendiert er zu Entschlusslosigkeit und wirkt dadurch träge. Die Kinder tendieren ab der Pubertät zu Dickleibigkeit, Trägheit und entwickeln bereits früh eine dicke (Elephanten)-Haut. Typisch ist, dass aus den dickhornigen rissigen Ausschlägen um alle Interaktionsorgane (Augen, hinter(!) dem Ohr (Lyc), Genitalien, Nase) gelblich-honigartige Absonderungen (wie Baumharz) austreten. Die Nase ist von innen trocken (Lyc, Stict, Bell), schmerzt insbesondere beim Schneuzen und wird wund. Es bilden sich reichlich Krusten und Schorfe. Es bilden ssich Risse an Nasenwinkel und Nasenlöchern. Natürlich ist das schneuzen damit sehr schmerzhaft. Seltsamerweise besitzen viele Patienten zwar eine äußerliche Taubheit (~ dicke Haut), aber einen überempfindlichen Geruchsinn, als ob sie hinter der Fassade sehr viel wahrnehmen. Viele Patienten würgen und haben eine ständige Neigung zu schlucken. Bereits Graphites Kinder besitzen eine Abneigung gegen Süßigkeiten und Fisch, sie mögen kein Fleisch. Begleitende Magenschmerzen werden aber besser nach dem Essen. Kaltes Wasser , überhaupt Abkühlung und Kaltwerden verschlechtert. Eine Besonderheit von Graphites ist ein wund rauher Hautausschlag zwischen den Oberschenkeln (Erythrasma).
Kalium bichromicum
Alle Absonderungen - insbesondere aus den Atemwegen oder den Ohren - sind zäh, fadenziehend wie Kaugummi und kleben an Zähnen und Lippen. Trotz aller Schneuzversuche kommt nichts oder nur sehr zähes Sekret aus der Nase (Kali.sulfuricum, Pulsatilla, Teucrinum, Alumina). Die Infekte beginnen plötzlich mit punktförmigen Schmerzen an der Nasenwurzel. Ebenso schnell wie der Schmerz kommt, verschwindet oder wandert er an andere Stellen. Die Arznei besitzt einen Hang zur chronisch verstopften Nase (Kali.i, Calc, Carb.v, Cob, Cupr, Dulc, Lyc, Petr, Stict, Teucr, Mang, Cob, Alum, Aur, Brom, Iod), chronischen absteigenden Entzündungen der Atemwege (Dulc, Cham, Bry,Cham, Nux.v, Puls, Ip, Rhus.t) mit Heiserkeit (Bry, Caust, Mang, Phos, Rumx, Spong, All.c) oder wiederholten Bronchitiden. Längergehende Probleme (Fieber, Schlafstörungen, Kopfschmerz, Bronchitis) entstehen durch eine Verstopfung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis, Kali.s, Puls, Teucr). Das Sekret ist wundmachend, borkenbildend und pfropfbildend. Wie bei Mercurius, Lachesis und Sulfur besteht Mundgeruch, aber die Zunge ist nicht schmierig aufgeschwemmt, sondern eher rot und trocken. Gelegentlich findet man kleine wie ausgestanzte (punkt(!)- förmige) Schleimhautgeschwüre. Wärme löst das zähe Sekret, kalte Speisen und Kaltwerden verschlechtert.
Carbo vegetabilis (Holzkohle)
Den Patienten fehlt es an Frische, sie leiden unter einer stetig zunehmenden Schwäche (wie nach Fischvergiftung) mit Ohnmachtstendenz ( ~ als ob das Feuer langsam verglüht!). Die Atmung ist gehemmt durch Gasansammlung im Darm (Lycopodium, Senna), der Patient muß kräftig aufstossen, dann geht es ihm besser. Er bekommt Angst durch Druck auf die Brust. Ein Schnupfen wird abends deutlich schlechter oder kehrt zurück. Es kommt auch zu wiederholten Kehlkopfreizungen nach Erhitzung (Brom, Puls). Besserung verspricht die Zufuhr von Frischluft. Am liebsten fächelt er sich Luft mit einem Ventilator zu. Gelegentlich wird die Mattigkeit ist so groß, dass der Patient bei Anstrengung seine Stimme verliert (Caust, Phos).
Natrium chloratum (Kochsalz)
Bereits (nicht homöopathische) Salzwasserinhalationen befreien zuverlässig eine verstopfte Nase. Potenziertes Kochsalz geht tiefer. Natrium chloratum Kinder zeichnen sich aus durch eine "vertrocknende" Bekümmertheit und besitzen eine Tendenz zur Selbstisolation. Sie sind eher still bis abweisend, verweigern sich, können also trotz ihres Kummers ganz im Gegensatz zu Pulsatilla und Phosphor Trost nicht annehmen (Sep, Sil, Bell) und ziehen sich lieber in ihr Zimmer zurück, obwohl gelegentliche heftige Proteste anzeigen, wie bedürftig sie sind. Sie vergessen aber nichts, und können ziemlich nachtragend sein.Trotz ihres Heisshungers magern sie von oben nach unten hin ab(Calc, Lyc, Sanic). Ringförmige Ausschläge auf der Haut spiegeln das Bild einer inneren Isolation (wie eine Pallisade). Ausschläge um den Mund, Lippenherpes (Sep) scheinen zu sagen „komm mir nicht zu nahe“, auch die Kopf(zerbrechenden)schmerzen, die durch Sonneneninstrahlung und überhaupt Wärme verschlechtert werden (die Sonne trocknet noch mehr aus), zeigen die Fesselung. Doch so wie Salz das Eis zu tauen vermag, kann potenziertes Kochsalz die Isolation beseitigen und "die verklemmte Tür" öffnen. Kinder, die dieses Mittel benötigen, haben - bezogen auf die Atemwege - meist eine trockene Nase, einen trockenen Husten (bei dem Urin abgehen kann) und eine verstopfte Nase nachts. Bei ihnen bessert sich der Schnupfen im Freien nicht. So wie bestreutes Eis in Rinnsalen schmilzt und Spuren hinterläßt, kann die Absonderung aber auch weißlich sein und eiweißartig eintrocknen. Manchmal findet man Nasenschweiß. Beim Schnupfen verlieren sie den Geruchsinn (Merc, Bell, Calc, Sep, Sil, Hep.s, Lyc, Phos, Puls). Sie verlangen nach Salz (Phos, Verat, Lac.c, Arg.n). Am Meer werden sie sentimental. Vielleicht kommen alte Enttäuschungen wieder in den Sinn, denn sie verweilen gern bei alten unangnehmen Dingen (Ign, Lyc, Ambr, Aur.m.n, Dulc)
Silicea (Bergkristall)
Silicea ist Kieselerde und das häufigste Element der Erdkruste. Silicea-Patienten sind zart und dünnhäutig, sie tendieren zu Hauteiterungen und Fistelungen (Tränengangstriktur der Neugeborenen). Sie haben Angst vor spitzen Gegenständen wie z.B. Nadeln, fürchten sich vor Blutentnahmen und reagieren auf Impfungen (Thuja) mit Furunkeln u.a. Hauterscheinungen. Splitterverletzungen oder Nagelgeschwüre (wo ja auch der harte Nagel mit der weichen, dünnen Haut in Kontakt kommt) können mit Silicea gut behandelt werden. Ausserdem sind die Kinder schreckhaft und geräuschempfindlich. Aber sie haben einen eigenen „dicken“ Kopf. Schüchtern wie Pulsatilla (das wichtigste Ergänzungsmittel), trauen sie sich kaum aus der Deckung, erledigen aber - ist erst einmal der Anfang gemacht - ihre Aufgaben überraschend gut. Man muß sie allerdings permanent motivieren, und bekommt zunächst leicht den Eindruck einer gewissen Starrsinnigkeit. Es ist, als ob sie sich stur weigern, ihr Innerstes zu entblößen. Sie tendieren zu starkem Fußschweiß. Wird dieser unterdrückt, stellt sich prompt eine hartnäckige Nasenverstopfung ein, der später ein dünner stinkender Eiter folgt. Schorfige Nasenlöcher (Graph, Calc, Puls, Sep, Bov, Kali.bi, Kali.s, Aur) , der Verlust des Geruchssinns sowie eine heftig wundschmerzende Nase sind die Folge. Silicea Patienten tendieren zu Erkältungsneigung und periodischem Schnupfen (Ars, Calc, Graph, Sulf). So wie Kaltwerden (oder schon berühren von Kaltem) deutlich verschlechtert (Hep.s, Nux.v, Rhus.t, Bar.c, Puls, Lyc, Ars, Bry, ...) und sie folgerichtig nicht gern draussen (im Kalten) sind, mögen sie Wärme und das Einhüllen des Kopfes, denn Silicea Kinder frieren besonders leicht am Kopf), Kälte und Nässe, Luftzug und Wind verschlechtern. Aber auch das Liegen im Bett ist nicht gut, denn Muskeln (oder Knochen) schmerzen, kurzum das Bett ist auch zu hart. Manche Kinder zupfen oder bohren in der Nase bis sie blutet (Arum.t, Cina, Phos). Silicea Kinder haben eine Abneigung gegen fast alle Speisen, beginnend bei der Muttermilch. SIe essen manchmal Erde.
Dulcamara (Bittersüß)
Dulcamara Patienten lieben das gleichmäßige mediterrane warme Klima. Kommt das Kind aus dem Warmen ins kalte feuchte, z.B. nach einer Kinovorstellung, Sauna oder einem schwitzigen Kindergeburtstag und erkältet sich im Anschluss, dann ist Dulcamara oft hilfreich. Das gilt auch für größere Wetterwechsel (Ars, Nat.s, Thuj, Bry), insbesondere wenn das Wetter vom Sommer in den Herbst und/oder von warm nach kalt und feucht umschlägt (oder auch bei der Reise an die Nordsee die kühlere Meeresluft dominiert, vielleicht auch wenn im warmen Sommer eine kalte Regenfront durchzieht oder wenn man im Spätsommer auf einer feuchten Wiese gesesen hat und schleichender Kälte ausgesetzt ist). Da wo Belladonna am Kopf durch kalte Nässe plötzlich und empfindlich reagiert, hat Dulcamara eine eher „sanfte“ Entwicklung mit Stockschnupfen begleitet von entzündeten Augen oder Ohrenschmerzen. Auch Rückenschmerz (Calc.p, Rhus.t) oder Muskelschmerz (Acon, Arn, Bry, Rhus.t, Sil,Gels) können vorkommen. Aber Bewegung bessert (Rhus.t). Nach dem Hinlegen verstärkt sich die Schleimabsonderung, aufstehen aus dem Bett bessert. Nasskaltes Wetter führt nicht selten zu beleitenden Blasenreizungen, Durchfällen oder Rückenschmerzen. Dulcamara Patienten sind in der Regel geschäftig, hastig, ruhelos bis hektisch, ungeduldig auch herausfordernd, sie vertragen schlecht Widersprüche und - ganz im Gegensatz zu physischen Auslösern - müssen sie dauernd etwas anders machen (Spong).
Rhus toxicodendron (Giftumach)
Stock- oder Laufschnupfen mit wunden Nasenlöchern nach Abkühlung durch kalt-feuchte Nässe oder als Folge von muskulärer Überanstrengung (Arn) im Regen. Durchnässung entzündet bei Rhus Patienten praktisch alle Organe. Die Nase reagiert mit einem trockenen Schnupfen, später mit Absonderung von gelb grünem Sekret. Bereits der Schnupfen ist begleitet von Schweiss(Bell, Cham, Sulf, Ars, Puls, Merc,Calc, Carb.v, Lach). Der Hals ist steif, trocken und schmerzt (Bell, Lach, Caust,...).Die Patienten können die ganze Nacht husten in Wechsel mit langdauerndem Niesen. Die Nase brennt, der Atem ist heiß. Der ganze Körper schmerzt. Auffällig ist die erhebliche Bewegungsunruhe der Beine, hervorgerufen durch einen rheumatischen Muskelschmerz. Während fieberhafter Phasen kommt es nicht selten zu stechenden Gelenkschmerzen. Die Kinder wälzen sich im Bett herum, verändern ständig ihre Lage, was ihnen kurzzeitig guttut, bis sie es nicht mehr aushalten und sie die Schmerzen aus dem Bett treiben. Diese bessern sich bei fortlaufender Bewegung (warm werden) und durch eine warme Dusche. Anfangs kostet es jedoch erhebliche Überwindung die Steifheit und den Anlaufschmerz zu überwinden. Entblössen des Kopfes verschlechtert (Sil). Warme oder heisse Speisen, warme Anwendungen,ein warmes Bett und wärmende Umgebung - Warmwerden - bessert .Rhus Patienten haben nachts manchmal schlechte Gedanken z.B. dass sie vergiftet würden oder Dinge Feuer fangen könnten. Sie müssen dann aufstehen und ins Freie gehen. Manchmal weinen sie ohne offensichtlichen Grund.
Teucrium marum (Katzenkraut)
Wie Sticta zeigt das Katzenkraut Schnupfen mit verstopfter Nasenwurzel und einem hartnäckigem Fremdkörpergefühl, das zu ständigem Schneuzen zwingt, ohne dass dies allerdings zur Absonderung führt. Große Trockenheit (Bry, Alum, Sil ,Nat.m, Lyc) der Haut und der Nase. Harte Pfropfen im Nasenraum. Infolge der Trockenheit in der Nase und einem Ameisenlaufen an der Nasenwurzel (Sulf, Puls, Carb.v, Nux.v, Cina, Arund, Sabad, Agar, Kali.bi, Nat.m, Zink ...)muss das Kind viel niesen. Bei begleitendem Fieber schwätzt der Patient viel (Lach, Tub, Podo, Bapt, Gels) als Ausdruck einer allgemeinen Erregung beim Schwitzen. Ansonsten besteht eher eher Unempfindlichkeit (Op, Camph). Bewegung, Bücken und Nasendruck verschlechtern, Frischluft und Bewegung im Freien bessert.
Zinkum (elementares Zink)
Geistige Überforderung (viel lernen), unterdückte Hautauschläge (Bry) bis hin zu Krampfanfällen, Impfungen oder auch Zahnung führen bei Zinkum Kindern zu einem Stau oder „Steckenbleiben“ mit Entwicklung von innerer Spannung. Das zieht eine innere nervöse Erregung mit Schlafzuckungen (Hyos, Ars, Cham, Bell, Stram, Cupr), Rucken der Beine im Schlaf (Caust, Tarent, Lyc, Mag.c, Nat.m, Sulf), unruhigen Füssen oder auch ein hastig, gieriges Essen nach sich. Im Schlaf (Merc, Mag.c) nehmen die zentralnervösen Beschwerden noch zu (Hyos, Lyc, Cupr, Bell, Stram). Nicht selten haben die Kinder Nackenschmerzen. und können den Kopf schlecht halten (Sulf, Calc, Calc.p, Gels). Der plötzliche abendliche trockene Schnupfen taucht typischerweise nach dem Essen oder beim zu Bett gehen auf. Beim Essen geht es besser. Begleitet wird er von einem drückenden Schmerz an der Nasenwurzel, dem ein Schwindel folgt. Bei älteren Mädchen ist das Auftreten eines trockenen Hustens vor der Menses zu beobachten. Die Kinder mögen kein stürmisches Wetter. Etliche Kinder bewegen oder wippen auch tagsüber ständig mit den Unterschenkeln.
Aconitum (Sturmhut)
Aconitum ist ein "Mittel des Anfang." Ein plötzlicher Wetterumschwung von Wärme in trockene eisige Kälte, ein rauhes stürmisches Klima oder auch eine plötzliche stürmische schreckliche „kalte“ Bedrohung (Schock) sind die Auslöser für den akuten Aconitum Zustand. Die Kinder wollen nach einem großen Schreck nicht ins Bett, sind unruhig, sehr ängstlich (qualvolle Angst vor Mitternacht). Es entwickelt sich rasch eine aufsteigende trockene Hitze mit großem Durst. Der Stockschnupfen (auch Fließschnupfen) beginnt plötzlich, meist abends begleitet von lautem bellenden Husten mit Kopfschmerzen über den Augen und rasch einsetzendem hohen Fieber, typischerweise ausgelöst durch starke Anstrengung mit nachfolgender Kälteexposition, z.B. nach Gebirgswanderung oder Sport im Winter bei kaltem Wetter (Ostwind). Auf der psychischem Ebene vermag der Sturmhut den "kalten Atem des Todes" zu bannen. Das kann der Anblick eines Unfalls sein mit nachhaltigem Schreck, das kann eine stressige Geburt sein oder alle anderen plötzlichem "lebensbedrohliche" Ereignisse. Physiologisch lösen sie eine arterielle Gefäßreaktion aus, die Kreislaufreaktionen nach sich zieht: Farbwechsel im Gesicht, ein Versiegen der Urinpruktion (bei Neugeborenen), pulsieren in Kopf und Zähnen, Ameisenlaufen (Kribbeln) auf der Haut, Nabelbauchschmerzen u.v.a. Ruhe und frische Luft (~d.h. keine Erstickung droht) bessern , ebenso wie der einsetzende Schweiss, der das Ende der Wirkphase des Sturmhuts anzeigt.
Bryonia (weiße Zaunrübe)
Der Bryonia Typ ist arbeitsam, kommt seinen Verpflichtungen (Kali.c) nach, er benötigt (materielle) Sicherheit und ist zufrieden, wenn ihn „nichts drückt“. Unterdrückte („stillgelegte“) Hautausschläge z.B. durch Cortison führen zu einer inneren Hitzigkeit = Reizbarkeit. Überhaupt werden Bryonia Kinder „brummig“-ärgerlich, wenn man sie stört. Alles ist trocken: Haut, Schleimhäute, ja das ganze Kind ist „dröge“. Trockener kalter Wind insbesondere aber Wetter-Wechsel von kalt nach warm (Frühjahr -> Sommer, draußen -> drinnen) provozieren einen Bryonia Zustand: Trockener Mund, trockene Zunge und ein verhärteter trockener Stockschnupfen ziehen in der Regel einen gewaltigen Durst auf kaltes (bis warmes) Wasser nach sich. Man spricht von einem Fasstrinker (in seltenen Fällen tritt aber auch paradoxerweise Durstlosigkeit auf, als ob selbst das Trinken zuviel „action“ sei und jede noch so kleinste Bewegung - selbst das Trinken - Schmerzen bereitet). Der Körper schmerzt, der Husten schmerzt, die geringste Bewegung verschlechtert. Der heftige trockene Husten führt zu stechendem Schmerz im Brustkorb und grippalem Zerschlagenheitsgefühl. Der Patient hat das Gefühl, seine Teile seien verstreut (~ in Bewegung), so dass er sich beim Husten die Brust hält. Am liebsten würde das Bryonia Kind auch noch die Atmung anhalten. Es will still liegenbleiben und - um alles zusammenzuhalten - sogar auf dem schmerzenden Teil(!) liegen. Die schmerzlose Gegenseite kann aber wie das ganze Kind Druck nicht ertragen, deshalb wirft es u. U. die Bettdecke ab. Bryonia mag außerdem natürlich per se keine Wärme, weil Wärme = Bewegung bedeutet. Selbst der Darm will seine Ruhe, Essen führt schnell zum Erbrechen. Der trockene Stuhl führt zu Verstopfung (aber auch zu Durchfall). Die Hauptzeit von Bryonia ist abends gegen 21 Uhr. Die Atemwegssymptome werden nicht selten nach Unterdrückung von Hautausschlägen, aber auch nach Zorn, Schreck und Bedrohung der materiellen Sicherheit „in Gang gesetzt“. Gelegentlich ist die Zunge bräunlich verfärbt. Auffällig ist die Durstlosigkeit trotz des extrem trockenen Mundes (Puls, Nux.m, Bell, Phos).
Sticta pulmonalria (Lungenmoos)
Das Lungenmoos ist wie der Name schon andeutet eine nahezu spezifische Arznei bei Erkrankungen der Atemwege. Plötzliche Temperaturveränderung (Dulc) mit einem nachfolgenden diffusen Gefühl, ein grippaler Infekt stehe bevor: Das Unwohlsein (getrübte Sinne) ist in der Tat nicht selten begleitet von einem merkwürdigen Leichtigkeitsgefühl (Lac.c,Gels). Anhaltender trockener Schnupfen mit drückenden Schmerz an der Nasenwurzel (Nux.v, Teucr, Kali.bi, Kali.s) der in Husten übergeht. Das Völlegefühl in der Nase ist begleitet von einem dauernden aber erfolglosen Bedürfnis sich die Nase zu putzen, dumpfen Kopfschmerzen (Nebenhöhlenentzündungen) und absteigenden trockenen Racheninfekten (Wundheitsgefühl, Bry, Bell, Lach, Puls) mit Schluckstörungen bis hin zu Bronchialkatarrhen mit kurzen, aber immer wieder auftretenden Hustenattacken, die lange nach überstandenen Infekten (Dros) als „ewiger Husten“ weiterbestehen. In der akuten Phase schaukelt sich der Husten tagsüber hoch, in der Nacht weckt ein harter Husten das Kind. Zähe, krustenbildende Nasenabsonderungen (erfolgloses Schneuzen) spiegeln eine innere Trockenheit bei seltsamerweise geringem Durst. Licht und Geräusche verschlechtern, sanftes hin und her wiegen des kleinen Patienten beruhigt ihn. Wegen der Wundheit weinen die Kinder viel (Puls), wodurch sich der Husten aber nur verstärkt und dadurch scheinbar nie ein Ende findet.
Akute Medikamente für überwiegend Laufschnupfen
Laufnassen sind in der Regel weniger belastend als ein Stockschnupfen, da ja das Sekret seinen natürlichen Drainageweg nach aussen bereits gefunden hat. In der Regel ist eine intensivere Behandlung nicht erforderlich. Die Verflüssigung eines zähen Sekretes gelingt am besten mit reinen Salz-Wasserinhalationen. Hier sollen lediglich die Medikamente erwähnt werden, die einen lästigen wundmachenden Effekt auf die Nase haben, oder durch fließendes aber zähes Sekret dem Kind zu schaffen machen.
Allium cepa (Küchenzwiebel)
Bei naßkaltem Wetter kommt es akut zu Absonderung eines brennenden wundmachendes Nasensekretes wie bei Arsen, Mercurius, Chamomilla u.a. Wässrige Augen und nicht wundreizender Tränenfluss begleitet von häufigem heftigen Niesen unterscheidet die Zwiebel von Euphrasia (~ Augentrost). Gelegentlich besteht Heiserkeit. Allium bevorzugt kühle frische Luft, erfrischendes Baden und Bewegung und meidet warme Räume. Feuchte nasse Füße und feuchte kühle Luft verschlechtern.
Euphrasia (Augentrost)
Die Modalitäten von Augentrost sind nahezu identlisch mit denen der Küchenzwiebel. In bezug auf die Sekretreizung von Auge und Nase unterscheiden sich die Medikamente jedoch fundamental. Der typische Euphrasia Schnupfen ist der eher milde nicht brennende oder wundmachende Nasenfluß (Skifahrerschnupfen) begleitet von schmerzenden scharfen Tränenfluß (Luffa).
Pulsatilla (Küchenschelle)
Auch der dicke gelbgrüne Pulsatilla Schnupfen schlägt auf die Augen, allerdings ist er im Gegensatz zu Allium cepa oder Augentrost nie wundreizend. Die Erkältungswahrscheinlichkeit steigt bei der Küchenschelle infolge stickiger, feucht-warmer Zimmerluft, zu dicker Kleidung oder auch nach Sitzen auf Kaltem sowie durch unterdrückte Hautausschläge (Bryonia). Draussen in frischer Luft (All.c, Euphr) oder nach erfrischenden Getränken geht des den Kindern praktisch immer besser. Pulsatilla Kinder sind typischerweise weiche, weinerliche zaghafte „Mamakinder“ mit großem Schmuseverlangen (wird ihnen das verweigert, können sie ziemlich giftig werden). Trost in jeder Form wird dauernd verlangt. Davon kann es gar nicht zuviel geben im Gegensatz zum Essen, wo es durch schwere Speisen, Fett und Eiscreme leicht zu Durchfall und Erbrechen kommt.
Pulsatilla Symptome sind oftmals widersprüchlich (z. B. kein Durst trotz Fieber); auch die Art der Absonderungen wechseln häufig (der Stuhl ist weich, dann fest, der Husten ist trocken dann wieder feucht). Ein Schnupfen verschlechtert sich gegen Abend sowie in stickiger Wärme und bessert sich morgens. Die Absonderungen aus Nase, Augen oder Ohren sind (analog dem Charakter) wie erwähnt meistens milder nicht wundmachender Art. Der begleitende Husten beginnt bereits beim Hinlegen und hält die ganze Nacht , weckt immer wieder auf, wobei sich das Kind aufrichtet und im Sitzen weiterhustet (Phos, Bry, Con, Kali.bi, Agar, Sang, Coc.c). Eine aufrechte Haltung (!) bessert.
Arsenicum album (weisses Arsenik)
Das Arsen Kind ist ist ausgesprochen blass, schwächlich, fröstelig, feinbesaitet (Silicea), unruhig und ängstlich (insbesondere nach Mitternacht = der Zeit des Todes, Acon). Der Patient sucht einerseits die Wärme, verlangt nach Kontakt und Sicherheit, nimmt also gerne, gibt allerdings ungern. Sie neigen nämlich zu Habgier (Besitz als Schutz) und Pedanterie (Kontrolle als Schutz). In ihrer unruhigen Ängstlichkeit wirken die Patienten auf eine klebrige Art besitzergreifend. Die Arsen Schmerzen sind brennend (Phos, Caust). Bei Fieber brennt die Haut, der Magen brennt, die Nasensekrete sind hell wäßrig brennend und wundmachend (Allium cepa). Scharfer kalter Winterwind (Acon), Überanstrengung oder Aufenthalt im kalten Wasser (Rhus.t), sogar kalte wässrige Speisen (Speiseeis) führen zum Schnupfen. Trotz der Kälteempfindlichkeit hat das Kind brennenden Durst auf kaltes(!) Wasser. Allerdings wird der „Brand“ nicht wie bei dem trockenen Bryonia oder Phosphorkind in großen Zügen gelöscht, sondern das Kind trinkt in kleinen Schlucken, weil sie sich leicht und unmittelbar nach dem Trinken erbrechen. Auch Phophor Kinder haben brennenden Durst und erbrechen leicht, allerdings dauert das bei Ihnen etliche Minuten. Erst wenn das kalte Wasser sich im Magen erwärmt hat müssen sie erbrechen. Arsen Kinder erbrechen hingegen sofort nach Flüssigkeitsaufnahme .
Arum triphyllum (Aronstab)
Linksseitiger (All.c), heftig brennend "beissend" schmerzender Schupfen begleitet von erheblichem Halsschmerz, der zu wunden, schorfigen Nasenlöchern mit Rissen am Mundwinkel führt. Die Kinder sind höchstgradig gespannt und im Fieber delirant wie Belladonna, ohne jedoch die intensive Hitze von Belladonna oder Stramonium abzustrahlen. Sie sind aber ständig ruhelos, werfen sich im Bett herum, beissen oder kauen an den Nägeln, zupfen an den Lippen (Bry) und an der Nase (Cina, Lyc,Teucr, Sulf) herum oder bohren in der Nase bis alles blutet (Cina, Phos).
Belladonna (Tollkirsche)
Eine akute plötzliche Bedrohung - physikalisch infolge Einwirkung von feuchter Kälte insbesondere nach vorheriger Erhitzung auf den Kopf (z. B. verschwitzt nach Sport auf das Fahrrad, nasses Haareschneiden und nachfolgender Luftzug oder ungeschützt durch den kalten Regen ...), aber auch heftige Sonnenbestrahlung lässt das Blut zentral nach oben rasen (Tomatengesicht, kalte Hände und/oder Füße), führt akut zu Überlastung (wie eine Sicherung, die durchbrennt) und löst heftige Symptome wie hohes Fieber, Schweiß und berstenden Kopfschmerzen („Dampfdruckkessel“) aus. Die zunächst turbulente Wildheit (Fluchtimpuls, nächtliches Hochschrecken, Zähneknirschen im Schlaf) erschöpft sich schließlich in einer Art distanzierter Benommenheit (Fieberphantasie, weiß nicht wo er ist, wehrt sich gegen beruhigende Umarmung). In diesem Akutzustand ist für das Kind jede neue Information (Licht, Ansprache) zuviel. Selbst die zufällige Erschütterung des Bettes irritiert. Spontan suchen die Kinder ihre Ruhe, werden sehr empfindlich gegen Licht, Berührung und eben Erschütterungen (weil sie wie bei Bryonia das Kopfweh verstärken). Am liebsten ist ihnen ein abgedunkeltes Zimmer. Sie ziehen sich (trotz Hitze) eine warme Decke bis an(!) den Kopf (aber nicht über den Kopf). Entblössen mögen sie nicht. Deckt man sie auf (was sie trotz Hitze nicht mögen), kommt den Eltern eine dampfende schweißige Hitze entgegen. Akuter Fliessschnupfen mit roter, empfindlich und wunder Nase.
Bromum (elementares Brom)
Eher chronischer Schnupfen mit Wundheit unterhalb der Nase und am Nasenrand. Erkältlichkeit nach Schwitzen mit bellendem anstrengenden, trockenen Husten eher abends. Es besteht eine Tendenz auf Rachen, Kehlkopf (wiederkehrender Krupphusten) und Bronchien bis hin zum Asthma „abzusteigen“. Trockene Landluft, Wärme oder warme Zimmer (Apis, Puls) verschlechtern. Brom hat im Arzneimittelbild einen Bezug zu Drüsenschwellungen und - entzündungen (insbesondere der Speicheldrüse).
Coccus casti (Kochenille Laus)
Leitidee: Kehlkopfkitzeln
Bei der Arznei besteht ein heftiges Kitzeln im Bereich des Kehlkopfes und auch anderer innerer Organe. Diese Empfindlichkeit löst bereits bei kleinen Reizen z.B. Zähneputzen einen heftigen krampfhaften, würgenden (Puls, Ip, Phos, Sulf, Agar, Dros, Rumx) Husten aus. Die periodisch auftretenden Hustenattacken sind - ähnlich wie beim Keuchhusten begleitet von einem zähen fadenziehendes Sekret (Kali.bi, Hydr, Ip). Der Husten kann zusammen mit der Schleimbildung so heftig sein, dass das Kind beim Hochräuspern von Schleim erbricht (Ip, Puls, Sil, Kali.c, Nux.v, Stann, Sep, Ambr, Calc.p, Dros). Typischerweise verschlechtert sich der Husten abends vor Mitternacht, verschlechtert sich im Liegen, im warmen Zimmer, durch warme Getränke, verstärkt sich noch beim Erwachen (Lach, Nux.v, Lyc, Calc.p) aus dem Schlaf und bessert sich durch frische Luft und kalte Getränke.
Hydrastis (kanadische Gelbwurz)
Leitidee: zähgelber Schleim
Chronisch zähes Schleimsekret (Kali.bi,Puls, Sil, Hep.s, Calc.s,...) verlegt die Nase und verursacht einen Schmerz der häufig an der Nasenwurzel empfunden wird. Die Patienen räuspern gelben, scharfen und dicken Schleim aus den Atemwegen nach oben. Verdauungsstörungen sind häufig. Im Magen wird ein Leeregefühl verspürt, der Darm kollert, als ob sich ein Durchfall ankündigt. Dennoch besteht eher eine verminderte Darmtätigkeit und nicht selten eine Verstopfungsneigung. Auch der Darm sondert zähen Schleim ab. Der Stuhl zeigt schleimige Auflagerungen. Hitze wechselt mit Frösteln, die Patienten schwitzen als Ausdruck abnehmender Körperkräfte reichlich. Die Arznei ist bei Kindern eher selten angezeigt (Mukoviszidose) und in der Regel älteren schwerkranken, geschwächten Patienten vorbehalten. Das Einatmen von kalter Luft (Rumx) verschlechtert.
Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber)
Leitidee: überempfindlich, wiederkehrender Krupp, eiternde Entzündungen
Zu Anfang besteht reizender scharfer Fliesschnupfen mit viel Niesen, der durch Zugluft hervorgerufen wird (Acon, Nat.m, Sulf). Die Kinder sind körperlich ausgesprochen empfindlich gegen kalte trockene Zugluft. Später wird das Nasensekret käsig und wundmachend. Eine begleitende Nasennebenhöhlenentzündung (Kali.bi, Kali.s, Hydr, ...) mit Schmerz an der Nasenwurzel (Kali.bi,Stict, Hydr, Teucr) kann die Folge sein. Die Patienten schwitzen leicht, ihre Ausdünstungen riechen nach "altem Käse". Trotz des Schweisses entblössen sie sich nicht. gern weil sie extrem fröstelig und schmerzempfindlich sind. Bereits von kalter Luft "angehaucht " zu werden langt als Reiz aus. Gegen das leichte Frösteln hilft warmes Einhüllen im Bett (Sil). Gelegentlich kompliziert sich der Schnupfen durch eine Halsentzündung und eine Mittelohrvereiterung (Sil, Puls, Calc.s, Calc, Kali.bi, Lyc, Caust, Cham, Kali.c, .) oder einen (bereits bekannten) Krupphusten. Die Empfindlichkeit der Haut zeigt sich in eiternden akneartigen Hautausschlägen bis hin zu abszedierenden Hautentzündungen. Der Eiter stinkt (Merc, Sil, Sulf, Ars, Kreos, Carb.v, ..). An den Mundwinkeln kann man Einrisse, Faulecken etc beeobachten (Nit.ac, Merc, Graph,..). Die Kinder neigen wie bei Chamomilla bereits bei Kleinigkeiten zu schneller Reizbarkeit und Zorn bis hin zu Rage mit Gewaltbereitschaft. Die Kinder zündeln gerne.
Mercurius solubilis (Quecksilber)
Leitidee: Extreme
Der reizende Nasenfluss von Quecksilber ist scharf, stinkend, wundmachend und eitrig (Kali.bi, Ars, Hep.s, Nit.ac, Kali.i, Sil, Lyc, Phos). Mercuris hat in seinem Arzneimittelbild ähnlich geschwürige Mundentzündungen wie z. B. Hepar sulfuris, Arsen, Lachesis oder Nitricum acidum. Aber der Schnupfen verschlechtert sich sowohl in warmer wie in kalter Luft. Der Schnupfen wird begleitet von wundmachendem Speichelfluss, übelriechendem Mundgeruch (Lach, Nux.v) und schmerzhafter Halsentzündung. Nachts wird alles schlimmer, z. B. die Schweissneigung oder ein Nasenbluten im Schlaf. Mercurius Kinder sind quirlig, spielen gerne Streiche, können ziemlich herausfordernd und frühreif sein. Die Kinder sind ungeduldig, ihre Sprache ist hektisch und stotternd vor Eile. Wenn sie etwas durchsetzen wollen können sie extrem kompromisslos und hart gegen sich und andere sein. Von Mercurius Patienten heisst es ihr Nachtschweiss würde die Wäsche steifmachen.
Calcium carbonicum (Muschelkalk)
Calc.c gilt als das mineralische chronische Belladonna. Die Arznei hat sich bewährt bei wiederkehrender Erkältungsneigung (Sil, Bar.c, Calc.p, Dulc, Lyc, Med, Tub) im Verbindung mit Wetterwechsel zu feucht kaltem Wetter (Herbstwetter), Wind, Überanstrengung oder auch nach Zerrung (Arn, Rhus.t). Chronischer Schnupfen mit weiß-gelblichem dicken Sekret (Rotznase) mit u. U. schorfigen wunden Nasenlöchern, der aber die Kinder weniger zu stören scheint, chronischer Husten mit Nasenpolypen, der nachts aber nicht weckt. Sie tendieren zu kaltschweißigen Händen und Füßen sowie zu nächtlichem Kopfschweiss (Bell, Sil, Chin, Puls, Merc). Vom Wesen her sind es eher ängstliche Kinder, besonders wenn es abends dämmert , nachts im Bett (Furcht vor Schatten) oder es um die Gesundheit geht. Ältere Kinder können ängstlich nachfragen, ob denn wirklich alles in Ordnung sei., oder nicht doch eine infektion im Spiel sei.Das kann sie sehr beschäftigen ebenso wie Angst die das Fieber begleitet (Acon, Bar.c, Ars, Ip). Sie neigen zu Übergewicht und Verstopfung (unter der sie aber nicht leiden). Die kleinen Kinder wirken behäbig und langsam, aber sie haben ihr eigenes (Entwicklungs)Tempo auch wenn sie sich mit Laufen, Zahnung oder Sprechen viel Zeit lassen können. SIe lieben es eben gleichmässig, zuverlässig und "bauen" sich Stück für Stück. Andererseits sind sie leicht zu beeindrucken, schreckhaft und fürchten mit ihrer hochfliegenden (hypochondrischen) Phantasie (Sulf, Phos,..), dass etwas unvorhergesehenes (fürchterliches ) passierten könnte. Dahinter steht die das mangelhafte Zuterauen auf eigenen Füssen stehen zu können, und ihre grösste Sorge besteht später darin, dass andere genau diesen Makel mitbekommen könnten. Also sind sie lieber Zuhause (und üben für sich) oder analog der Signatur: " ziehen sich in die Muschelhöhle zurück". Sie mögen keine schleimigen Speisen wie Breie , verlangen aber bei Gelegenheit nach Austern (!) und essen gelegentlich Unverdauliches (Sil, Alum, Nux.v, Nit.ac, Tarent). Mit Süssigkeiten sind die Kinder immer zu locken ( Arg.n, Lyc, Sacch.a, Sulf, Chin, Lyc, Ip, ..). Am liebsten essen sie Eier ....
Tuberculinum
Eine deutliche Neigung zu Infektionen der oberen Luftwege (Erkältungsneigung) und wiederholten Mandelentzündungen sowie Heuschnupfen und Nasenbluten (Puls, Agar ,All.c, Nat.m, Ars.a, Carb.v) kennzeichen diese Nosode im HNO Bereich. Es sind eher magere Kinder, die alles hektisch, mit wenig Gelassenheit und vollem (Energie)Einsatz erledigen, dafür aber auch rasch ermüden und wieder nach gehaltvoller (geräucherter) Nahrung verlangen (Phos). Es ist wie heißlaufen und anschließendes rasches "Schwächeln", als ob er rastlos (den idealen Ort) suchen würde; die Patienten sind gern draussen, mögen schnelle Bewegungen und lieben den schnellen Wechsel, sie gehen gern auf Reisen (~ Globetrotter), halten es aber nie lange an einem Ort aus (~ verliert schnell die Lust). Stattdessen lässt er sich den Wind um die Ohren wehen (~ Cabriot; Freiheitsdrang) und zieht weiter. Wetterwechsel in Richtung warm (~ stehende Luft) ist den Patienten unangenehm. Dennoch mögen sie keine (feuchte) Kälte, (~ Schwere) sondern lieben es behaglich, komfortabel und locker. Die Patienten tendieren zu Katzenhaarallergien (vgl. Katzen u. Freiheit). Die Kinder haben nicht selten Angst vor dem Klettern auf Bäumen.